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Studie: So gefährlich ist Alkohol

Forscher aus Großbritannien konnten anhand einer Untersuchung die verheerenden Folgen von Alkohol auf unseren Körper nachweisen. Tatsächlich kann das Trinken sogar unsere DNA schädigen.

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Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt unsere DNA.
South_agency / iStock

Dass Alkoholkonsum ungesund ist, dürfte bereits in der breiten Bevölkerung angekommen sein. Er schädigt die Leber und ist nach einer kürzlich durchgeführten Studie auch in höchstem Maße krebserregend. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen alkoholische Getränke zur Gruppe der krebserregendsten Substanzen überhaupt.

Britische Wissenschafter demonstrierten nun mit einem Experiment an Mäusen, wie Alkohol sogar unsere Erbsubstanz angreift. Die Originalfassung der Studie finden Sie hier.

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Wie Alkohol die Zellen angreift

Glaubt man den Resultaten besagter Studie, so wirken Bier, Schnaps und andere alkoholische Getränke auf verschiedenste Weise auf unseren Organismus:

  • Beim Abbau von Alkohol entsteht Acetaldehyd, eine schädliche Chemikalie.
  • Acetaldehyd kann die DNA von Stammzellen schädigen.
  • Das wiederum erhöht das Krebsrisiko, besonders für Brust- und Darmkrebs.

Die Maus-Untersuchung zeigte außerdem, wie unser Körper versucht, sich mit speziellen Enzymen vor den schädlichen Einflüssen von Alkohol zu schützen.

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Fehlerhafte Reparatur der DNA

Das Abbauprodukt Acetaldehyd kann sogenannte DNA-Doppelstrangbrüche auslösen. Der Körper will diese Brüche reparieren, bei dem Prozess kann es passieren, dass Umlagerungen von Chromosomen stattfinden. Ist das der Fall, so spricht man von einer Mutation des Stammzellgenoms. Jene Mutationen erhöhen das Risiko für die Entstehung von Tumoren nachweislich.

Bei jedem Menschen funktioniert der Abbau von Acetaldehyd anders. Manche bauen die Chemikalie schneller ab, manchen fehlt allerdings das nötige Enzym dafür. Aber auch Personen, die Acetaldehyd eigentlich gut verarbeiten können, "versagen" dann, wenn der Alkoholkonsum übermäßig ist. Die Abwehrmechanismen des Körpers werden geschwächt und das Acetaldehyd wird nicht schnell genug verstoffwechselt.

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Von trinkenden Mäusen

Die Wissenschafter führten Tests an gen-manipulierten Nagern durch: Ihnen fehlten die Schlüsselgene zur Verarbeitung von Aldehyden, ihr Körper konnte sich folglich nicht gegen die Einflüsse von Alkohol wehren. Die Forscher stellten bei den armen Tieren jede Menge Chromosomenumlagerung fest. Diese steigerten sich durch den Alkohol immer weiter, was dazu führte, dass Stammzellen abstarben und die Produktion von Blut gestoppt wurde.

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Hoffnung für Blutkrebs-Patienten?

Die Wissenschafter entdeckten, dass die Stammzellen dann abstarben, wenn das Protein p35 aktiviert wurde. Das Protein fand sich in vielen der mutierten Zellen in erhöhter Menge. Entfernten die Forscher das p35-Gen, überlebten die meisten der durch Alkohol geschädigten Zellen. Eine größere Schädigung des Genoms konnte dabei nicht beobachtet werden.

Die Rolle von p35 in Blutstammzellen könnte für die Behandlung von Blutkrebs wichtig sein, da manche dieser Tumorarten plötzlich immun gegen die Chemotherapie werden. Für genauere Erkenntnisse bedarf es noch weiterer Untersuchungen.

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