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Startschuss für die "Allianz gegen zu viel Zucker"

Zu viel Zucker schadet der Gesundheit – die zucker-raus-initiative tut was dagegen.

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Allianz gegen zu viel Zucker
Fascinadora / iStock

Zucker ist lebensnotwendig, der Organismus, vor allem das Gehirn und die Muskulatur benötigen den Stoff, um optimal funktionieren zu können. Haben unsere Urahnen den Zucker früher ausschließlich aus Obst und Gemüse in Form von Stärke zu sich genommen, wird seit etwa 100 Jahren vorrangig der aus der Rübe gewonnene massenproduzierte Zucker verwendet.

Spätestens als in den 1990er Jahren in den USA der billig produzierte Maissirup in der EU als "Isoglukose" getarnt aufkam, war der Supergau perfekt. Damit werden Getränke, Back- und Süßwaren und andere Lebensmittel gesüßt und ihr ursprünglicher Geschmack verfälscht. Nehmen Konsumenten im europäischen Raum einen halben Liter Maissirup zu sich, sind es in den USA sogar 23 Liter jährlich. Dieser gelangt zu 95% direkt in die Leber.

Die gesundheitlichen Folgen sind verheerend:

Zu viel Zucker ist schlecht für die Gesundheit; auch in Österreich nehmen die Konsumenten zu viel von dem süßen Gift zu sich. Sollten es nach WHO-Empfehlungen nur 25-50 Gramm täglich sein, essen viele sogar mehr als 100 Gramm.

Mehr dazu: Zuckerintoleranz: Wenn Süßes krank macht

Gemeinsam für die Gesundheit

Das Ziel ist klar: Weniger Zucker, aber wie? Die "Allianz gegen zu viel Zucker" möchte mit ihrer zucker-raus-initiative auf den erhöhten Zuckerkonsum der Österreicher aufmerksam machen und den Körper an weniger Süße gewöhnen.

Der von der Allianz ins Leben gerufene Aktionsplan sieht als wichtige Maßnahmen die Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten sowie die schrittweise Umstellung auf weniger Zucker bei bestehenden Produkten sowie auf den Zuckerverzicht bei neuen Produkten. Neben Herstellern und Händlern werden auch die Bundesregierung und die Politik eingebunden.

Die Allianzpartner SPAR, die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Adipositasgesellschaft, das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN, die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatalogie, die Österreichische Anti-Aging-Gesellschaft sowie RAUCH Fruchtsäfte und Berglandmilch gaben heute den Startschuss für die Initiative.

zucker-raus-initiative

Auf die nächste Generation bauen

Kinder stehen besonders im Fokus der Initiative. Ernährungsgewohnheiten werden von klein auf geprägt, gemeinsam muss daher alles daran gesetzt werden, dass sich Kinder gar nicht erst an den süßen Geschmack gewöhnen. Die WHO empfiehlt bei Kindern nicht mehr als 20 Gramm Zucker täglich.

Auch liegt es an der Bundesregierung daran zu arbeiten, den Zuckerkonsum in der Gesellschaft drastisch zu reduzieren, etwa durch eine Weiterentwicklung der Qualitätskriterien für Schulbuffets und Getränkeautomaten.

Süße Limonaden und Softdrinks sind eine besondere Herausforderung. Sie sind vor allem für Kinder verlockend, doch verleiten sie dazu, mehr zu essen und führen schnell viel Zucker zu. Auch steht Kundentäuschung an der Tagesordnung: Wird mit dem Vermerk "ohne Zuckerzusatz" geworben, steckt oft der Ersatz durch künstliche Süßstoffe dahinter welche mindestens genauso gesundheitsgefährdend sind, wenn nicht noch schädlicher.

Mehr dazu: Was hinter light, zero & Co steckt

Mehr Mut zu weniger Zucker

Zugunsten der Gesundheit der österreichischen Bevölkerung muss zu viel Zucker aus den Supermarktregalen verschwinden. Dr. Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender von SPAR Österreich, plädiert für mehr Mut und möchte den Druck bei Händlern und Herstellern erhöhen.

SPAR setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2020 zumindest 1.000 Tonnen Zucker aus den Produkten der Eigenmarke zu verbannen. Das Ziel ist bereits in Sichtweite: Mit April 2019 wurden bereits 575 Tonnen eingespart das entspricht fast 40 LKW-Ladungen. Auch RAUCH Fruchtsäfte und Berglandmilch setzten bereits Maßnahmen und verbannen unnötige Zuckermengen aus ihren Produkten. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt noch viel zu tun.

Mehr dazu: Zu viel Zucker: 7 Anzeichen

Noch mehr Wissenswertes zur Initiative sehen Sie in dem Video:

(Quelle: APA-OTS)

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