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Neue Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer

Forscher nutzten im Tierversuch Mitochondrien, um den Verlauf von Alzheimer zu stoppen.

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Alzheimer im Gehirn sichtbar
cosmin4000 / iStock

Alzheimer ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns und stellt die schwerste Form der Demenz dar. Die Nervenzellen und ihre Kontakte sterben langsam ab, was sich durch Gedächtnisverlust und Veränderungen in der Persönlichkeit zeigt. Die meisten Patienten sind über 60 Jahre alt, aber auch Jüngere kann es treffen.

Warnsymptome für Alzheimer sind:

  • Vergesslichkeit, die sich auf das ganze Leben auswirkt
  • Probleme mit gewohnten Handlungen wie Kochen etc.
  • Wortfindungsstörungen
  • Probleme mit der Orientierung (räumlich und zeitlich)
  • schwindende Urteilsfähigkeit
  • abstraktes Denken fällt schwer
  • ständig Gegenstände liegen lassen
  • Verhaltensänderungen
  • Persönlichkeit verändert sich plötzlich oder schleichend
  • Verlust der Eigeninitiative

Bislang wurden in der Behandlung hauptsächlich die Plaques (Ablagerungen) im Gehirn bekämpft, die sich bei Alzheimer bilden. Eine neuer Ansatz betrachtet die Krankheit nun als Stoffwechselkrankheit, die mit Mitochondrien bekämpft werden könnte.

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Schweizer Forscher auf der Suche

Ein Team aus Wissenschaftern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) konzentrierte sich auf das Mitochondrium, ein von einer Doppelmembran umschlossenes Zellorgan, das eine eigene Erbsubstanz hat und als Kraftwerk der Zelle dient. Mitochondrien spielen eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel.

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An Wurm und Maus probierten sie's aus

Die Forscher prüften an Würmern und Mäusen, was eine Steigerung von gesunden Mitochondrien bewirkt. Dabei kam heraus, dass die Tiere bestimmte Stress-Proteine besser abwehren konnten, dazu bildeten sich weniger Plaques im Gehirn. Die Versuchsmäuse zeigten außerdem ein besseres kognitives Leistungsprofil.

Die Resultate der Tierversuche waren so vielversprechend, dass die Forscher bald klinische Studien durchführen wollen, um ihre These der Alzheimer-bekämpfenden Mitochondrien zu überprüfen. Bis aus diesem wissenschaftlichen Erfolg eine Therapie für Demenz-Patienten entwickelt werden kann, wird es vermutlich noch etwas länger dauern.

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  • Ramsauer Gabriele sagt:

    Wie erkennt man,dass ein Wurm dement ist?
    Wäre toll,wenn die Forschung etwas gegen "Altersheimer"-wie einer meiner Schüler sagte,fände

    • Julia Wild sagt:

      Liebe Frau Ramsauer,

      die Würmer waren vermutlich nicht wirklich dement, sie waren aber resistenter gegen Alzheimer-auslösende Faktoren wie genannte Stressproteine, wenn ihre Mitochondrien gesteigert wurden. Die Bezeichnung "dement" haben wir daher entfernt, danke für Ihre Anmerkung!

      Beste Grüße aus der Redaktion