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ARFID: Teenager ernährte sich nur von Junk Food und erblindete

Ein Teenie ernährte sich jahrelang unzureichend, die Essstörung ARFID steckt dahinter.

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Teenager aß nur Pommes frites und erblindete
Pgiam / iStock

Eine schockierende Nachricht macht derzeit die Runde: In Großbritannien aß ein Teenager jahrelang ausschließlich Junk Food. Bei einer Untersuchung stellten Ärzte schwerwiegende Mängel fest, der Bub verweigerte die Nahrungsergänzungsmittel. Nun mussten ihn die Mediziner für blind erklären.

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Teenager aß jahrelang nur Pommes frites & Co

Der 17-jährige Junge machte auf seine Eltern einen müden Eindruck, weshalb sie ihn ins Bristol Eye Hospital einliefern ließen. Wie im "Annals of Internal Medicine" berichtet wurde, war er immer schon ein pingeliger Esser, ernährte sich daher ausschließlich von Junk Food wie Chips, Pommes frites und Weißbrot. Bereits im Alter von 14 Jahren wurde der Teenie von seinem Hausarzt untersucht, damals fühlte er sich müde und "unrund". Der Arzt stellte einen Vitamin-B12-Mangel fest, der Junge nahm das verschriebene Präparat allerdings nie ein. Auch dem Rat, seine Ernährung grundlegend umzustellen, folgte er nicht.

Nach zahlreichen Untersuchungen stellten die Ärzte nach wie vor den besagten B12-, Vitamin D- sowie Kupfer- und Selenmangel fest. Über- oder untergewichtig war der Teenager nicht, dafür wies er für sein Alter eine geringe Knochendichte auf.

Aufgrund seiner schlimmen gesundheitlichen Verfassung verschlechterte sich auch seine Sehfähigkeit. Weil er nur noch schwarze Flecken sieht, kann er weder Autofahren noch lesen oder Gesichter erkennen. Der Teenie aus Bristol wurde für blind erklärt.

Neben der Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten erhält der Junge nun Hilfe von einem Ernährungsberater und einem Psychologen.

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ARFID: Krankhaftes heikles Essverhalten

Hinter dem Verhalten steckt die vermeidende oder restriktive Essstörung ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder). Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die unter ARFID leiden, fällt das Essen schwer:

  • Sie haben Angst zu schlucken und fürchten sich vor Ersticken oder Erbrechen.
  • Ihnen behagt die Textur der Nahrungsmittel nicht.
  • Auch Bauchschmerzen oder ein ausbleibendes Hungergefühl sind möglich.
  • Wachstumsschwierigkeiten, Mangelerscheinungen oder Untergewicht zählen zu den langfristigen Folgen.

Dass Kinder heikel sind, ist grundsätzlich kein Grund zur Sorge, ab dem Schulalter sollte sich das pingelige Essverhalten allerdings normalisieren. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. sind die meisten Kinder bei der Erstdiagnose elf Jahre alt.

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