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Studie: So unhygienisch sind Bällebäder wirklich

US-Forscher untersuchten Bällebäder und fanden krankmachende Bakterienkulturen.

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So unhygienisch ist das Bällebad
YouraPechkin / iStock

Für die meisten Kinder ist das Bällebad ein Spaßgarant – vielen Eltern hingegen ist es ein Dorn im Auge. Die Angst vor Bakterien und Keimen steht für sie im Vordergrund. Spielen Kinder darin, versuchen Eltern ihre Befürchtungen, das Kind könne sich an diversen Viruserkrankungen anstecken, auszublenden und sich nicht verrückt zu machen. Dass die Sorge sogar berechtigt ist und nicht nur eine Befürchtung sogenannter "Helikopter-Eltern", zeigen nun die Ergebnisse einer US-Studie.

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Bällebad ist Keimschleuder

Bällebäder stehen Kindern in Shopping Centern, Indoor-Spielplätzen oder Freizeitparks zur Verfügung, werden aber bei sensorischen und motorischen Beeinträchtigungen auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Welche Keime und Bakterien sind darin wirklich zu finden?

  • Im Rahmen der Pilotstudie, die im American Journal of Infection Control veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher der University of North Georgia sechs Bällebäder von Kinderkliniken.
  • Die Forscher entnahmen jedem Bad zwischen 9 und 15 Bälle. Die Auswahl erfolgte zufällig und aus unterschiedlichen Bereichen und Tiefen.
  • Mittels Flockfaser-Wattestäbchen wurden die Plastikoberflächen abgewischt und Proben entnommen.

Das Ergebnis:

Plastik, schwitzende Kinder, mangelnde Frischluft – das Ergebnis liegt eigentlich auf der Hand. So konnten die Forscher auf allen Bällen Verschmutzungen und krankmachende Bakterienkolonien feststellen. Dennoch gab es Unterschiede im Ausmaß der Kontamination, was die Forscher auf unterschiedliche Hygienemaßnahmen der jeweiligen Klinik zurückführen.

Zu den Verunreinigungen, die die Forscher fanden, zählen u.a.:

  • Staub und Schmutz (auch sichtbar)
  • Essensreste
  • Bakterienstämme wie Pseudomonas, Enterokokken, Moraxella oder Streptokokken
  • Speichel, Kot und Urin

Die Bakterien und Keime erhöhen das Risiko einer Infektion von Krankheiten wie Bindehautentzündung, Erkrankung der Atemwege, Magen-Darm-Grippe, Sepsis oder Meningitis. Weil Kinder alles in den Mund nehmen, erhöht sich die Ansteckungsgefahr zusätzlich.

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Forscher fordern regelmäßige Reinigung

Mangelnde Hygiene sei den Forschern zufolge der häufigste Grund für die Verunreinigung der Spielplätze. Eine regelmäßige Durchführung von Desinfektion und Reinigung kann die Anzahl der Keime deutlich reduzieren. Die Studie stammt zwar aus den USA, allerdings müssen Inhaber auch hierzulande Verantwortung übernehmen und die Spielstätten fachgemäß reinigen lassen.

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