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Bambus-Becher: Warum Sie davon die Finger lassen sollten

Zwar stellt das Bambus-Geschirr eine "bessere" Alternative zum herkömmlichen Kunststoff dar, doch ganz so umweltbewusst sind die Öko-Becher nun doch nicht.

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Bambus-Becher bestehen nicht nur aus Bambus. sondern auch aus Kunststoffen.
Bogdan Kurylo / iStock

Sie wollen bewusster leben, Mutter Natur schützen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Daher greifen Sie vermehrt auf Kaffeebecher aus Bambus, da diese ökologisch abbaubar und so viel besser für unsere Umwelt sind? Hier gibt es jedoch einen kleinen Haken: Die Becher sind alles andere als vorteilhaft, da sie sogar unsere Gesundheit gefährden können.

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Krebs & Nierenschäden

Es wächst schnell nach, ist gut zur Umwelt und zählt zum neuen Nachhaltigkeitstrend: Bambus. Egal ob Becher, Teller oder Zahnbürsten, viele Menschen greifen immer öfter zu der vermeintlichen Kunststoff-Alternative. Was viele Konsumenten nicht wissen:  Dass die Bambus-Becher nur aus dem nachhaltigen Rohstoff bestehen, ist falsch. Tatsächlich finden sich in dem Geschirr:

  • mindestens 20 bis 40 Prozent synthetisches Kunstharz und Melaminharz
  • Harnstoff-Formaldehydharze
  • Polylactate

Laut einer Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart wird vor allem Formaldehyd(-gas) als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen eingestuft. Melamin, welches der Ausgangsstoff für die Herstellung von Melaminharzen ist, kann in Kombination mit anderen Substanzen Kristalle im Körper bilden und sogar zu Blasen– oder Nierenschäden führen.

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Abgabe an Lebensmittel

Der Kunststoff Melaminharz gibt unter bestimmten Bedingungen, wie der Einwirkung von Säure oder Hitze, seine Bausteine Formaldehyd und Melamin an Lebensmittel ab. So gelangen die Stoffe in unseren Körper und können dadurch gesundheitsgefährdend werden. Deswegen sollten Sie keine Bambus-Becher in die Mikrowelle stellen und nicht mit kochend heißen Getränken befüllen! Bereits 2016 untersuchte die Zeitschrift Ökotest 16 Bambus-Geschirrsets für Kinder:

  • Auf den Produktverpackungen wird oft mit Bambus und Maisstärke als Inhaltsstoff geworben. Tatsächlich stecken weitere Kunststoffe in den Löffeln und Tellern. Für Ökotest ganz klar eine Verbrauchertäuschung.
  • In einem Produkt wurde ein zu hoher Wert von Formaldehyd nachgewiesen, welches gesundheitsschädlich ist. Insgesamt wurden fünf Sets wegen Konsumententäuschung mit Ungenügend benotet. Elf Sets wurden mit "Sehr gut" bewertet.
  • Testleiter Kai Thomas empfiehlt daher Produkte aus Polypropylen (PP), da sich ab einer Temperatur über 70 Grad keine gesundheitsschädlichen Stoffe herauslösen können.

Doch auch drei Jahre später macht das Bambus-Geschirr mit erhöhten Formaldehyd-Werten wieder Schlagzeilen. So rief das Billig-Handelsunternehmen Tedi im Januar und erneut im März ihre Bambus-Produkte zurück.

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Welche Alternativen bleiben noch?

Falls Sie ein Opfer dieser vermeintlichen "Öko-Lüge" geworden sind, dann müssen Sie nicht verzweifeln. Alternativen wie temperaturbeständige Becher aus Edelstahl, Porzellan, Glas oder eben Polypropylen können mit gutem Gewissen benutzt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, trinkt am besten seinen Kaffee oder Tee Zuhause – das ist sowieso entspannender als im stressigen Morgenverkehr sein Getränk zu "genießen".

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