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Bio-Schrauben im Knie aus Zucker und Magnesium

Bio-Schrauben aus Magnesium oder Zucker lösen sich im Knochen auf und müssen im Gegensatz zu Titan oder Stahl nicht entfernt werden. Dies könnte vor allem den Patienten viele Kosten ersparen.

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Selbstauflösende Schrauben könnten unsere Zukunft sein – und Patienten viel Geld sparen.
Yuri_Arcurs / iStock

Bei Operationen am Knochen kommen zur Stabilisierung häufig Schrauben und Platten aus Metall zum Einsatz. Diese bleiben oft nur so lange im Körper, bis der Knochen wieder zusammengewachsen ist. Schrauben aus sich selbst auflösendem Material könnten eine Lösung sein, um den Patienten weniger zu belasten und Kosten zu sparen. Im Orthopädischen Spital Speising kommen solche Bio-Schrauben aus Magnesium und Zucker bereits zum Einsatz. Wie funktionieren sie und leisten Sie dasselbe wie die klassischen Modelle aus Titan oder Edelstahl?

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Wann werden Schrauben verwendet?

Manchmal reicht es nicht aus, einen Knochenbruch mit einem einfachen Gips zu behandeln. Tritt dieser Fall ein, dann muss operiert werden. Tatsächlich kommen sogenannte Marknägel aber immer häufiger zum Einsatz. Selbst, wenn ein Gips eigentlich genügen würde. Das erspart dem Betroffenen unter anderem das lästige Gipsbein.

Und so funktioniert's:

  • Über einen zwei bis drei Zentimeter langen Schnitt werden die Nägel in den Knochen geklopft.
  • Die Fragmente des Bruchs sind dann fest miteinander verbunden.
  • Der Knochen wird von innen geschient und wächst richtig zusammen.
  • Die Nagelung erspart wochenlanges Liegen, Belastungen (z.B. des Beins) sind meist schon nach kurzer Zeit möglich.
  • Meistens werden die Metallschrauben wieder entfernt, nicht zuletzt, weil sie bei Sicherheitskontrollen, z.B. am Flughafen, immer wieder Probleme bereiten. Das benötigt einen erneuten Eingriff.

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Schrauben aus Naturmaterialien verschwinden von selbst

Eine gute Alternative zu Metallprodukten sind solche aus Magnesium oder Zucker, die im Speisinger Fußteam (Orthopädisches Spital Speising) bereits intensiv beforscht werden. Die Schrauben sind biologisch abbaubar und lösen sich nach einiger Zeit von alleine auf. Der Schritt der Entfernung des Implantats fällt dadurch weg.

Um herauszufinden, ob die Materialien halten, was sie versprechen, führten die Mediziner eine Erhebung durch. 65 Patienten wurde im Zuge einer Hallux-valgus-Operation entweder eine Schraube aus Magnesium oder ein Exemplar aus Zucker eingesetzt.

Bei der Analyse kam Folgendes heraus:

  • Beide Materialien festigten die Knochen sehr gut.
  • Für ältere Patienten ist die Zuckerschraube besser geeignet.
  • Bei Eingriffen am Rückfuß zeigte sich Magnesium als vorteilhaftere Wahl.

Auch chirurgische Schrauben aus Knochen von Spendern (Kortikalisschrauben) werden, insbesondere bei komplizierten Brüchen, verwendet. Diese Variante muss nach dem Abheilen ebenfalls nicht entfernt werden und geht mit einem geringeren Infektionsrisiko einher als die Schrauben aus Metall.

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