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Blutdruck messen mit dem Smartphone: Selfies für die Gesundheit?

Eine neue App soll die Selbstportrait-Funktion zur Überwachung von Blutdruck, Puls und Stresslevel ermöglichen. Hier erfahren Sie, was dahinter steckt.

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Blutdruck per Selfie
Vertigo3d / iStock

Das Selfie  ist allgegenwärtig und hat sich in unserem Alltag längst etabliert. Wir nutzen es, um unseren Tag auf Social Media zu dokumentieren oder kurze Videos auf Snapchat zu verschicken. Eine Studie ergab nun, dass man die Selbstportrait-Funktion in Zukunft auch zur Überwachung des eigenen Blutdrucks mittels App nutzen könne.

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Blutdruck überwachen per Smartphone?

Eine aktuelle Untersuchung der "University of Toronto" stellte fest, dass man weitaus mehr aus einem Selfie schöpfen könnte als Likes & Shares. Mithilfe von 30-sekündigen Videos und der transdermalen optischen Bildgebung ("transdermal optical imaging") sei es der App möglich, Blutdruck, Puls und Stresslevel zu messen.

Der Forscher und Professor Kang Lee sowie sein Kollege Paul Zheng wollten mit der neuen Software ursprünglich einen berührungslosen Lügendetektor entwickeln. Als sie jedoch herausfanden, dass die Funktion auch eine Analyse der Blutzirkulation zulässt, entschieden sie sich das Verfahren zu optimieren.


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So funktioniert die Selfie-Messung

Unsere Haut im Gesicht ist lichtdurchlässig. Genau diesen Aspekt macht sich die Software zunutze. Es werden die minimalen Veränderungen der Haut aufgrund des Blutflusses gemessen, ermöglicht durch das rot reflektierte Licht der Haut. Doch kann das wirklich funktionieren?

Die Studienergebnisse scheinen vielversprechend:

  • Die kanadischen Forscher nahmen von 1328 Teilnehmern ein zweiminütiges Video ihres Gesichts auf. Diese wurden mithilfe der Front-Kamera in einer gut beleuchteten Umgebung aufgenommen.
  • Anschließend verglich man die Werte mit der gewöhnlichen Manschettenmessung und kam auf eine Übereinstimmung von 95 bis 96 Prozent.
  • Alle Probanden hatten einen normalen bis leicht erhöhten Blutdruck sowie ein helles Gesicht.

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Weitere Forschungen notwendig

Die App "Anura" von Lee ist frei verfügbar und basiert auf einer ähnlichen Software wie oben erwähnt. Man muss lediglich ein 30-Sekunden-Video hochladen und schon wirft die App die Daten aus. Das Smartphone speichert dabei nur die Messungen selbst und nicht das Videomaterial. Bislang ist noch unklar, wie das Verfahren bei anderen Gruppen funktioniert. Es seien noch weitaus mehr Forschungen notwendig, um die App sinnvoll anwenden zu können. Gerade bei Menschen, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, ist es nämlich schwierig eine angemessene Analyse durchzuführen. Dennoch zeigt die Forschung, dass die Mobiltechnologie viel Potential aufweist und bei weiteren Diagnosen große Fortschritte für die Gesundheit mit sich bringen könnte.

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