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Darmspiegelung: Wichtig, schmerzfrei und gar nicht peinlich

Im März findet der internationale Darmkrebsmonat statt. Gesellschaften und Fachärzte möchten für die lebensrettende Darmkrebsvorsorge sensibilisieren.

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Frau zeigt ihren Darm
RyanKing999 / iStock

Johannes ist ein typischer Österreicher. Er trinkt am Wochenende gern ein oder zwei Gläschen, mag es beim Essen herzhaft und traditionell, Sport steht bei ihm nicht auf der Tagesordnung. Mit mittlerweile fast 60 trägt er einen beachtlichen Kugelbauch vor sich her, zum Arzt geht er eigentlich nur, wenn er eine Erkältung hat. Seit Kurzem ist Johannes aber etwas besorgt: Wenn er auf die Toilette geht, fällt ihm dunkelrotes Blut im Stuhl auf. Beim Arzt dann der Schock: Darmkrebs, den man schon viel früher hätte erkennen können.

Heimtückisch und still

Bösartige Veränderungen im Darm bleiben für Betroffene häufig unbemerkt. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr. Ab diesem Alter tritt Darmkrebs nämlich besonders häufig auf. Der Aufwand dafür ist gering, denn eine Darmspiegelung (Koloskopie) alle zehn Jahre reicht aus, wie Univ.-Prof. Dr. Michael Gschwantler von der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) in einer Pressemeldung betont.

Im Rahmen einer Koloskopie können früheste Stadien von Darmkrebs erkannt werden. Sogenannte Polypen, (noch) gutartige Wucherungen im Darm, werden oft noch während der Untersuchung mit speziellen Instrumenten entfernt. Die Entstehung von Darmkrebs kann so weitgehend vermieden werden.

+++ Mehr zum Thema: Wann ein Blähbauch krankhaft ist +++

Auch ohne Symptome zur Vorsorge

Frauen und Männer sollten ab 50 zur Darmkrebsvorsorge gehen. Ausreden wie Stress, Job oder andere To-dos sollten Sie nicht gelten lassen.

Eine Koloskopie sollte außerdem bei diesen Beschwerden durchgeführt werden:

  • Blutauflagerungen auf dem Stuhl
  • Nachweis von Blut im Stuhl
  • ständiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
  • Veränderungen der Stuhlgewohnheiten
  • chronischer Durchfall
  • ständige Bauchschmerzen
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • unklare Blutarmut

Bemerken Sie genannte Symptome an sich, sollten Sie darüber mit Ihrem Arzt sprechen.

"Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge" bevorzugen

Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt, sich an jene Stellen zu wenden, die Träger des "Qualitätszertifikates Darmkrebsvorsorge" sind. Die Qualitätsstandards schreiben dann die Untersuchung des gesamten Dickdarms vor, die sicherste Variante, um Vorstufen von Krebs zu entdecken. Je gründlicher eine Spiegelung durchgeführt wird, desto seltener muss sie wahrgenommen werden.

Die Patienten werden in einen kurzen Dämmerschlaf versetzt, von der Prozedur bekommen sie nichts mit. 233 zertifizierte Untersuchungsstellen stehen in Österreich zur Verfügung, eine in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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