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Durchfall während der Menstruation: Woran liegt's?

Wenn die Blutung einsetzt, treten wir auch die Reise auf die Toilette öfter an. "Alles muss raus!" ist das Motto des Körpers. Doch warum?

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Menstruationsbeschwerden
bymuratdeniz / iStock

Viele Frauen kennen das Phänomen, aber nur wenige sprechen darüber: Wenn die Regel eintritt, grummelt es oft auch unangenehm im Darm. Vor allem in den ersten Tagen der Blutung kann es öfter mal passieren, dass man plötzlich auf die Toilette rennen muss. Man bekommt das Gefühl, der Körper möchte alle Inhalte auf einmal los werden. Und damit hat man gar nicht so unrecht.

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Menstruationshormone beeinflussen den Darm

Jene Hormone, die unseren Zyklus regulieren, nehmen auch starken Einfluss auf unsere Darmtätigkeit. In der zweiten Zyklushälfte wird unser Körper mit dem Hormon Progesteron geflutet. Dieses erhöht die Körpertemperatur und verlangsamt die Darmtätigkeit, um den Körper auf das Beherbergen eines Embryos vorzubereiten.

In der Schwangerschaft wird es besonders stark produziert, um den Embryo zu "halten". Daher leiden viele schwangere Frauen auch an Verstopfung. Während unserer fruchtbaren Tage geht es im Darm also eher ruhig zu.

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Am Ende des Zyklus öffnen sich alle "Tore"

Kam es jedoch nicht zu einer Befruchtung, sinkt der Progesteronspiegel rasant ab. Dadurch wird die Darmtätigkeit wieder angekurbelt. Denn: Das unbefruchtete Ei soll samt Schleimhaut ausgestoßen werden. Gleichzeitig wird ein zweites Hormon ausgeschüttet: Prostaglandine.

Dieses sammelt sich in der Gebärmutter und verursacht Muskelkontraktionen, um die Schleimhaut abzutransportieren. Es ist für unsere Menstruationskrämpfe verantwortlich. Dabei kann es passieren, dass Prostaglandine auch in den restlichen Blutkreislauf gelangen und so in den Darm gelangt. Dort sendet es die Nachricht "Alles muss raus" auch an die Darmschleimhaut weiter. Und schon rennen wir aufs Klo.

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Besonders schlimm für Frauen mit Endometriose

Je stärker man also allgemein an Menstruationsbeschwerden leidet, umso stärker wirkt sich die hormonelle Umstellung auch auf die Verdauung aus. Frauen, die an Endometriose erkrankt sind, leiden besonders. Dabei wachsen Teile der  Gebärmutterschleimhaut in den Bauchraum, wodurch es zu verstärkten Regelbeschwerden kommt. Prostaglandine gelangen überall da hin, wo man sie nicht haben möchte. Die Folge: Durchfall.

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Was hilft?

  • Hormonelle Verhütungsmittel (wie etwa die Pille) regulieren Prostaglandine.
  • Eine ballaststoffreiche, vegane Ernährung kann helfen. Fleisch und andere tierische Produkte fördern die Produktion der Prostaglandine. Ein Verzicht auf Fleisch nach den fruchtbaren Tagen kann Regelbeschwerden lindern.
  • Entzündungshemmende Mittel: Ibuprofen etwa ist ein Prostaglandin-Hemmer.

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