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Welt-Ei-Tag: Endgültiges Aus für Käfighaltung in Österreich

Ab 1. Januar 2020 soll jegliche Käfighaltung von Legehennen in Österreich verboten werden.

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Verbot der Käfighaltung von Hühnern in Österreich
chee gin tan / iStock

Am 11. Oktober findet der weltweite Tag des Eis statt. Neben dem beliebten Konsum von Eiern soll dieser Tag auch den Hühnern gewidmet werden, ohne die wir gar nicht in den Eigenuss kommen würden. Deshalb hat sich die Tierschutzorganisation Vier Pfoten für die Beendigung der Käfighaltung in Österreich eingesetzt. Ab 1. Januar 2020 soll ein Verbot für sogenannte ausgestaltete Käfige in Kraft treten und eine humanere Hühnerhaltung ermöglichen.

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Vollständiges Verbot von Käfighaltung

Schon 2009 trat das Verbot von konventionellen Käfigen für österreichische Legehennen in Kraft. In den Gehegen lebten die Tiere auf einer Fläche von 550 Quadratzentimeter – dies ist weniger als ein DIN-A4-Blatt (623,7 Quadratzentimetern). Konventionelle Käfige wurden EU-weit erst 2012 verboten.

Ab Januar 2020 werden in Österreich auch alle ausgestalteten Käfige verbannt. Diese Art des Tierhaltung bietet im Vergleich zum konventionellen Gehege eine Scharrmöglichkeit für die Hühner sowie Legenester und Sitzstangen. Den Hennen wird darin eine nutzbare Fläche von mindestens 600 Quadratzentimetern "geboten". Nur ein Prozent der österreichischen Landwirte verwendet noch diese Haltungsform.

  • In den restlichen EU-Ländern sieht die Hühnerhaltung anders aus: 211.282.574 EU-Hennen (53 Prozent aller Hühner) müssen jährlich ihr Leben in ausgestalteten Käfigen verbringen.
  • In Litauen leben 96 Prozent bzw. 2.670.443 Hennen jährlich in Käfigen, Spanien und Polen folgen mit 41.046.685 Hennen (88 Prozent) sowie 40.182.119 Tieren (87 Prozent).

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Österreicher konsumieren weiterhin Käfigeier

Anfang der 90er-Jahre stammten zwei Drittel der in Österreich konsumierten Eier von Hühnern aus konventionellen Legebatterien. Durch die fehlende Kennzeichnungspflicht war es damals nicht nachvollziehbar, woher die Eier kamen. Bezeichnungen wie "Bauernhof-Ei" waren keine Garantie dafür, dass die gekauften Produkte nicht von Käfig-Hühnern gelegt wurden.

Nach wie vor essen Österreicher Eier aus Käfighaltung: "Jedes zweite hierzulande konsumierte Ei stammt aus verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Keksen und Saucen – und hier wissen wir in der Regel nicht, woher und aus welcher Haltung es stammt. Auf Märkten außerhalb von Wien können wir sogar noch importierte Schaleneier aus Käfighaltung kaufen", erklärt Vier Pfoten Präsident Heli Dungler.

  • Laut Statistik Austria importiert Österreich jährlich 21.617 Tonnen Schaleneier und 4.744 Tonnen Eigelb oder Eiprodukte. Deutschland zählt als Hauptimportland: Dort leben "nur" noch 3.631.054 Hennen (7 Prozent) in Käfigen.
  • In Polen werden 87 Prozent der Hühner in Käfigen gehalten, bei der Eiproduktion belegt das Land den dritten Platz. Die Niederlande ist auf dem zweiten Platz vertreten, wo 6.234.000 Hennen (18 Prozent) in Käfigen leben.

Dungler betont, dass die Käfighaltung die natürlichen Verhaltensweisen von Hühner massiv einschränkt. Genau deshalb fordert die Tierschutzorganisation eine Kennzeichnungspflicht nach Herkunft und Haltungsform, die auch für eihaltige Produkte und in der Gastronomie erforderlich ist.

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EU-Bürgerinitiative "End the Cage Age" 

Letztes Jahr rief Vier Pfoten die europäische Bürgerinitiative "End the Cage Age" ins Leben. Insgesamt 1,5 Millionen Menschen unterschrieben die Petition – das sind rund 500.000 Unterschriften mehr als für eine erfolgreiche Bürgerinitiative benötigt wird. Ziel der Kampagne ist die EU-weite Käfighaltung von landwirtschaftlich gehaltenen Tieren zu beenden. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der EU-Kommission.

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