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Fördern Angstzustände & Depressionen allergische Reaktionen?

Wissenschafter entdeckten, dass Allergien und psychische Faktoren mehr zusammenhängen als bisher angenommen.

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Der Zusammenhang zwischen Allergien und psychischen Faktoren sind größer als gedacht.
martin-dm / iStock

Leiden Sie an einer Pollen- oder Tierhaarallergie? Dann könnte Ihr psychischer Zustand verantwortlich dafür sein! Forscher der Technischen Universität München entdeckten, dass Angststörungen und Depressionen mit Allergie-Symptomen zusammenhängen können.

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Allergien & psychische Erkrankungen

Für die Studie wurden 1.782 Menschen zwischen 39 und 88 Jahren zu ihren Allergien befragt. 27,4 Prozent gaben an, unter einer Allergie zu leiden: 7,7 Prozent an andauernden allergischen Überempfindlichkeiten, 6,1 Prozent an kurzweiligen Allergien und 13,6 Prozent an anderen Formen von allergischen Reaktionen.

Daraufhin wurden die Teilnehmer in drei verschiedene Test-Gruppen unterteilt:

Zusätzlich wurde untersucht, ob die Probanden unter Depressionen oder Angstzuständen litten. Mögliche Störfaktoren wie

die den Zusammenhang zwischen Allergien und psychischen Erkrankungen verfälschen könnten, wurden nicht beachtet.

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Mehr Depressionen, mehr Allergien?

Die Forscher entdeckten nach Durchsicht der entnommenen Blutproben erstaunliche Ergebnisse:

  • Depressive Teilnehmer wiesen besonders häufig ganzjährig auftretende Allergien auf. Im Laufe der Untersuchung konnte jedoch nicht geklärt werden, ob Depressionen das Allergierisiko erhöhen oder Allergien anfälliger für Depressionen machen.
  • Heuschnupfen oder Pollenallergien, also saisonale Allergiebeschwerden, wurde eher bei Teilnehmern mit akuten Angstzuständen beobachtet. Diese Probanden-Gruppe litt statistisch gesehen sogar seltener unter andauernden Allergien.
  • Besonders interessant: Das Auftreten von Nahrungsmittel- oder Medikamentenallergien wurde gar nicht oder nur geringfügig von psychischen Faktoren beeinflusst.

Die deutschen Forscher schließen daraus, dass Personen unterschiedliche Methoden der Stressverarbeitung entwickeln, die von ihrer Angsterkrankung abhängig sind. "Es gibt Untersuchungen, die sich auf die psychische Komponente von Hauterkrankungen oder allergischem Asthma konzentrieren. Wir zeigen erstmals einen Zusammenhang mit saisonalen Allergien auf", sagt Studienautorin Katharina Harter.

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Weitere Studien notwendig

Weitere Studien sind jedoch noch ausständig: "Wir haben ein relativ hohes Durchschnittsalter von 61 Jahren, somit sind jüngere Menschen eher unterrepräsentiert", erklärt Harter weiter.

Außerdem handelt es sich bei den folgenden Studienergebnissen nur um die eigenen Angaben der Probanden und nicht um echte Allergiediagnosen. Die Untersuchung könnte dennoch zur Entwicklung von effizienteren Behandlungsmethoden beitragen.

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