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Übergewicht: Woher der ständige Hunger kommt

Forscher konnten nun herausfinden, warum Übergewichtige ein schlechteres Sättigungsgefühl haben als jene mit Normalgewicht.

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Mann hat immer Hunger
FlyMint Agency / iStock

Menschen mit krankhaftem Übergewicht fühlen sich oft in einem Teufelkreis gefangen. Die meisten haben schon zig Ernährungspläne, Diäten, Sportkurse oder sogar Kuren probiert, die zwar kurzfristig die Kilos purzeln ließen, am Ende aber noch mehr Gewicht als zuvor draufpackten.

Viele fragen sich: Warum werde ich immer wieder Opfer des Jo-Jo-Effekts? Habe ich zu wenig Disziplin? Warum muss ich immer mehr essen als alle anderen? Forscher beschäftigen sich schon lange mit diesen und ähnlichen Fragestellungen. Wissenschafter aus Deutschland haben nun eine spezifische Andersartigkeit im Gehirn von Übergewichtigen entdeckt. Die Originalfassung der Studie findest du hier.

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Genug gegessen und trotzdem hungrig

An der Universität Lübeck beschäftigte man sich schon 2010 mit einem neuen Ansatz im Kampf gegen die Fettleibigkeit. Die Wissenschafter erkannten einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und einem reduzierten Gehalt an Energie im Gehirn. Warum der Energiestatus bei mehr Kilos auf den Rippen niedriger ist, blieb damals allerdings im Dunklen.

In einem kürzlich durchgeführten Experiment konnte nun gezeigt werden, dass Adipöse eine Störung der Energiegewinnung im Gehirn haben:

  • Eine Gruppe übergewichtiger und eine Gruppe normalgewichtiger Männer erhielten eine Glukoseinfusion, also eine Lösung mit Zucker.
  • Um den Energiestatus im Gehirn zu prüfen, wurde von allen Probanden eine sogenannte 31P-Magnetresonanz-Spektroskopie gemacht.

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Energie kommt nicht im Gehirn an

Das kam bei der Analyse der Ergebnisse heraus:

  • Das Gehirn der Normalgewichtigen reagierte sofort auf die Zuckerzufuhr, die Energie erhöhte sich unmittelbar nach der Infusion.
  • Bei den Übergewichtigen passierte vergleichsweise wenig bis gar nichts. Um den Energiestatus im Gehirn nur geringfügig anzuheben, musste der Blutzucker der Teilnehmer stark erhöht werden.

Die Resultate könnten eine plausible Erklärung dafür sein, warum Übergewichtige oft über ein sich nicht einstellendes Sättigungsgefühl klagen.

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Verhaltenstherapie als Ausweg

Die Forscher empfehlen auf Grundlage der Studie eine Verhaltenstherapie anstatt eines ewigen Kreislaufs aus Diät, Abnahme, "Rückfall" und Zunahme. Dafür sprechen auch die vorläufigen Ergebnisse einer noch nicht abgeschlossenen Untersuchung. Dabei konnte eine bessere Sättigungswahrnehmung beobachtet werden, wenn die Teilnehmer eine Verhaltenstherapie absolviert hatten. In Folge aßen sie weniger und verloren an Gewicht.

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