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Going viral: Leben mit HIV

Phillipp Spiegel lebt seit fünf Jahren mit der Diagnose HIV-positiv. In seiner Fotoausstellung in Wien zeigt er die Stigmatisierung und Selbstverleugnung, die seinen Alltag mit dem Damoklesschwert Aids bestimmen.

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Mann allein mit HIV
Chalabala / iStock

Als der Fotograf Philipp Spiegel (geb. 1982 in Wien) 2014 erfährt, dass er ein tödliches Virus in sich trägt, befindet er sich gerade auf einer Rundreise durch Indien. Es ist ein Schlag ins Gesicht und kommt völlig unerwartet: Als Heterosexueller und nicht drogenabhängig gehört er eigentlich nicht der Hauptrisikogruppe für die schwere Immunerkrankung an.

Seine Erfahrungen mit der Diagnose HIV verarbeitet Spiegel künstlerisch. Die Ausstellung "going viral" thematisiert viele Facetten aus der Gedankenwelt eines HIV-positiven Menschen.

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Kann ich Nähe zulassen?

Neben der Problematik der Stigmatisierung, mit der wahrscheinlich jeder HIV-Positive schon Erfahrungen gemacht hat, setzen sich die Bilder des Künstlers unter anderem mit zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander.  Der junge Mann ist solo und unsicher, weiß nicht, wie er sich verhalten soll, wenn er vor einer Frau steht, mit der er gern nach Hause gehen würde.

 


© Bildrecht, Wien 2018 / Instagram Philipp Spiegel

Schon beim ersten Kennenlernen befällt ihn Panik, gefolgt von einem unaufhaltsamen Sog in die Negativspirale: Wann sage ich es ihr? Mit einer Reihe von Frauenportraits gibt "going viral" Einblick in Spiegels veränderten Umgang mit den Themen Intimität, Liebe und Sex.

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Was wäre wenn?

Nicht nur das Verhältnis zu Frauen beschäftigt Philipp Spiegel. Da sind auch noch die Zweifel, die ihn regelmäßig plagen:

  • Was für eine Person war ich als "Negativer"?
  • Und wer bin ich heute als "Positiver"?

Diesen Konflikt verarbeitet er durch Selbstportraits mit der in der analogen Fotografie üblichen Positivität und Negativiät.

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Tabletten als ständige Begleiter

Seit seiner Diagnose muss Spiegel täglich Medikamente nehmen, um das HI-Virus un Schach zu halten. Ohne diese würde er vermutlich 2019 an den Folgen der Krankheit sterben. Deshalb zeigt das Titelbild der Ausstellung auch eine Pillenbox. Sie sei "heiliger Gral und Last Supper zugleich", wie er in einer Presseaussendung festhält.

 

© Bildrecht, Wien 2018 / Instagram Philipp Spiegel

Die Ausstellung "going viral":

  • Wann? Eröffnung am 13. Februar um 19:00; Laufzeit 14. bis 27. Februar 2018, Mi, Do, Fr.: 17 – 19 Uhr | Sa & So: 14 – 18 Uhr sowie nach tel. Vereinbarung: 0665 652 62 312
  • Wo? Hörnesgasse 10, Wien 3

Weiterführende Informationen

Philipp Spiegels Blog:
www.ongoingviral.wordpress.com

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