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Handystrahlen-Fänger: Nützlich oder nur Humbug?

Die Frage, ob Handystrahlung schädlich ist, ist nicht einfach zu beantworten. Ob spezielle Aufkleber dagegen helfen können, jedoch schon.

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Sind Handystrahlenfänger Humbug oder nützlich?
agrobacter / iStock

Die Frage, ob Handystrahlung nun schädlich ist, ist auch heute noch nicht eindeutig zu beantworten.

  • Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Handynutzung tatsächlich Auswirkungen haben kann, ebenso viele behaupten das Gegenteil.
  • Generell geht man aber davon aus, dass Handynutzung durchaus einen Einfluss auf uns haben kann (Stichwort: thermische Effekte), aber keine unmittelbare und direkte Gesundheitsgefährdung besteht.
  • Zur Sicherheit wird z.B. von Seiten der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) dennoch zu einem bewussten und nicht zu exzessiven Umgang aufgerufen.

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Das Geschäft mit der Angst

Egal wie man zu dem Thema steht: Für sogenannte "Strahlenfänger" gibt es keinen seriösen Nachweis. Der Markt dafür boomt dennoch. Sogar ein großer Fußballklub kooperierte vor 3 Jahren mit einem Hersteller: Der FK Austria Wien sorgte für Aufsehen, als er die Partnerschaft mit der Symbioceuticals Harmonizer GmbH bekannt gab. Gemeinsam wollte man mit dem "Austria Harmonizer Mobile" über den Fanshop die Produkte an die Fußballfans bringen. Der Aufkleber wird auf dem Akku des Mobiltelefons angebracht (sofern sich das Gehäuse öffnen lässt) und soll dort schädliche Strahlung auffangen.

Zugute kann man dem Unternehmen halten, dass sie beim Besuch der Website davor warnten, dass es sich um ein alternativmedizinisches Produkt handelt, ohne wissenschaftliche Belege. Geht man aber davon aus, dass die Symbioceuticals Harmonizer GmbH glauben, dass Handystrahlung schädlich ist, so scheint es doch unverantwortlich zu sein, Produkte zu verkaufen, die versprechen, eine Handynutzung "ohne Risiko" möglich zu machen – ohne jegliche überprüfbare Belege, dass das auch wirklich stimmt.

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Fragwürdiges Gutachten

Das einzig zugängliche Gutachten für den Aufkleber wurde vom IIREC ausgestellt – einem privaten österreichischen Kleinunternehmen, das Gutachten für viele esoterische Produkte zum Schutz vor Strahlen aller Art ausstellt, beispielsweise auch Harmoniesteine, die um satte 800 Euro im Internet vertrieben werden.

  • In dem Gutachten kann man dann unter anderem lesen, dass das Magnetfeld eines Menschen "alle Lebensvorgänge beeinflusst", weiters auch "dass die in unserem Zell- und Körperwasser eingeprägten Signale magnetischer Natur sind".
  • Kurz: klassische, alternativmedizinische Ansätze, für die es keinerlei messbaren Nachweis gibt.
  • Ebenso erklärt das Schriftstück, dass die Überprüfung mittels "Rastermessverfahren des IIREC", also einem eigens entwickelten, nicht anerkannten Messverfahren, durchgeführt wurde.
  • Das Gutachten ist damit, genauso wie das Produkt selbst, pseudowissenschaftlich.

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Nachhaltig vorbeugen – aber richtig

Wer sich vor Strahlen schützen möchte, sollte daher nicht auf ein esoterisches Produkt vertrauen, sondern sich lieber auf den gesunden Menschenverstand verlassen. Das Handy in der Nacht abzudrehen, es nicht den ganzen Tag direkt am Körper zu tragen und die Freisprecheinrichtung zu nutzen, ist wesentlich zielführender.

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  • Jahn sagt:

    Ihr Beitrag ist schon etwas sehr tendenziell. Ich habe das Gerät für meinen Haushalt eingesetzt um die Musikwiedergabe zu verbessern. Die Verbesserung des Stereopanoramas, der Stimmartikulation war so frappant (nach ca. 10 Tage volle Wirkung) das Leute die nichts von dem Einsatz des Gerätes wussten fragten was ich an der Anlage geändert hätte weil es so viel besser klänge. Ebenso sind die morgendlichen Druckgefühle im Kopf seit dem Einsatz des Gerätes bei zwei Familienmitgliedern praktisch verschwunden. diese wissen beide nicht das ein solches Gerät eingesetzt wird. Es gibt also eine Wirkung.

  • Heinz von Hürth sagt:

    Hat denn der Schreiben dieses Pamphlets schon einmal mit diesen Produkten auseinandergesetzt? Oder wird da einfach das niedergeschrieben, was man denkt? Da gibt es ja mehr Gutachten, u.a. auch von Prof. Peter Dartsch zur Wundheilung usw. (mit wissenschaftlich anerkannten Methoden untersucht!) Bei dem Handychip ist es im Blut schnell und reproduzierbar zu messen wie die Wirkung ist. Also, erst einmal ausprobieren und dann lospoltern…unfassbar!