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Keine Angst vor HIV-positiven Menschen

HIV-Positive, die unter wirksamer Therapie stehen, sind weder im Alltag noch beim Sex ansteckend. Dennoch werden sie oft schlechter behandelt.

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Diskriminierung von HIV-Positiven Menschen nimmt zu
spukkato / iStock

"Ich bin HIV-positiv aber ich bin nicht ansteckend!" Unter diesem Motto startet die AIDS-Hilfe Österreich eine neue Kampagne. Sie soll darauf aufmerksam machen, dass HIV-positive Menschen unter der Nachweisgrenze im Alltag keine Gefahr für andere darstellen.

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Immer noch Stigmatisierung

Der Kontakt mit einer Person, die das HI-Virus in sich trägt, löst bei vielen Leuten immer noch Ängste aus.

  • Darf ich mit der Person ein Glas teilen?
  • Darf die Person mein Geschirr benutzen?
  • Darf ich die Person küssen und ihr näher kommen?

Solche Fragen geistern immer noch in den Köpfen der Menschen umher, wenn sie hören, dass jemand HIV-positiv ist.

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Was ist die Nachweisgrenze?

Wolfgang Wilhelm, Obmann der AIDS-Hilfe Wien stellt klar, dass Menschen mit HIV, die heute ihre Diagnose erhalten, sehr gut therapiert werden können. Wenn die Patienten ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, sinkt das Virus im Körper unter die Nachweisgrenze. Dadurch können HIV-Patienten ein normales Leben führen.

Liegt das Virus unter der Nachweisbarkeitsgrenze und wird die Therapie wie verordnet fortgeführt, sind die Patienten weder im Alltag noch beim Sex ansteckend, wie auch dieses Video zeigt:

Mehr dazu: HIV kaum ansteckend dank guter Therapie

HIV-Patienten werden weiterhin diskriminiert

Dieses Wissen hat sich jedoch in der Gesamtbevölkerung noch nicht durchgesetzt. Immer noch werden Menschen mit dem Virus wie Aussätzige behandelt am Arbeitsplatz, im privaten Umfeld und auch im Gesundheitswesen. Dies kann die Betroffenen psychisch stark belasten und zu Angstzuständen, Isolation und Depressionen führen. Bei der AIDS-Hilfe Österreich können sich Betroffene gegen Diskriminierungen wehren.

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AIDS-Hilfe unterstützt bei Fällen von Diskriminierung

Im Jahr 2018 wurden 29 Diskriminierungsfälle gemeldet. 16 Meldungen kamen dabei aus Wien. Mehr als die Hälfte der Diskriminierungen passierten im Gesundheitswesen.

Darunter fielen unter anderem:

  • Der HIV-Status der Personen wird nicht vertraulich behandelt.
  • Patientenakten werden so markiert, dass auch Angestellte und andere Patienten den HIV-Status der Person mitbekommen.
  • HIV-positiven Personen wird die Behandlung verwehrt.
  • Ihnen werden Termine nur am Ende von Ordinationszeiten gegeben.
  • Es wird zu übertriebenen "Hygienemaßnahmen" gezwungen.

Wenn Sie oder jemand den Sie kennen von Diskriminierungen dieser Art betroffen ist, können Sie diese anonym bei der AIDS-Hilfe melden und Unterstützung erhalten.

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