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Schmerzlose Alternative: Impfen ohne Nadeln?

Eine neue Impfmethode soll das Injizieren von Medikamenten in die Haut schmerzfrei gestalten.

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In Zukunft sollen Impfungen ohne Nadeln durchgeführt werden können.
Choreograph / iStock

Viele Menschen erschaudern bei dem Gedanken sich impfen zu lassen. Zu groß ist der Schmerz durch den Pieks in den Arm. Wissenschafter des Max-Planck-Instituts entdeckten jedoch eine schmerzfreie Alternative, die besonders Angstpatienten helfen kann. Bereits 2017 veröffentlichten australische Forscher eine Alternative zur herkömmlichen Impfung. Mit Hilfe eines Impfpflasters wollten sie es möglich machen, Impfstoffe durch die Haut zu verabreichen.

Ihre deutschen Kollegen taten es ihnen gleich: Durch die Weiterentwicklung von Nanopartikeln können Impfstoffe durch die Zellen der menschlichen Haut aufgenommen werden. So wird das Impfen ohne Spritzen und Schmerzen ermöglicht. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ACS Central Science veröffentlicht.

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Schlaue Körperzellen

Die Haut ist ein besonders effektiver Ort für die Anwendung vieler Medikamente, die unser Immunsystem beeinflussen. In der obersten Hautschicht (Epidermis) befinden sich die sogenannten Langerhans-Zellen, die die Immunantwort im Körper kontrollieren. Außerdem alarmieren sie unseren Körper, falls Erreger im Organismus auftreten.

  • Die Langerhans-Zellen erkennen Bakterien und Viren im Körper. Sie nehmen diese auf und präsentieren die Bestandteile dieser Krankheitserreger (Pathogene) den T-Zellen im Immunsystem.
  • Langerhans-Zellen besitzen Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, die die Umgebung nach Pathogenen absuchen. Das Protein Langerin ist ein solcher Rezeptor und dient der Erkennung der Erreger.
  • "Feinde" unseres Immunsystems werden aufgrund von Zuckerstrukturen erkannt, die sie auf ihrer Oberfläche tragen. Das Langerin auf den Langerhans-Zellen ermöglicht einen gezielten Transport des Impfstoffes durch den Organismus.

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Neue Behandlungsmethoden

Dem Team um Dr. Christoph Rademacher gelang es, eine zuckerähnliche Substanz zu entwickeln, die sich, mit Hilfe eines künstlich erzeugten Moleküls, spezifisch an das Langerin auf der Oberfläche von Langerhans-Zellen bindet.

In Zusammenarbeit mit Forschern der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelten die Wissenschafter Nanopartikel, die durch die Wechselwirkung in den Langerhans-Zellen durch die Haut aufgenommen werden können. So gelangt der Impfstoff auf schnellstem Wege in unser Immunsystem.

Die Forschungsergebnisse könnten ebenfalls neue Behandlungsansätze bei Infektionen, Krebs oder Autoimmunerkrankungen ermöglichen.

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