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Langzeitfolgen Kaiserschnitt: Was viele nicht wissen

In Österreich wird jedes dritte Kind per Sectio auf die Welt gebracht. Welche Folgen der Kaiserschnitt für das Baby haben kann, lesen Sie hier.

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Baby nach dem Kaiserschnitt
SolStock / iStock

Die meisten Mütter wünschen sich eine natürliche Geburt. Manchmal führen verschiedenste Faktoren aber dazu, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht. Die Rettung für Mutter und Kind ist dann ein operativer Eingriff, der Kaiserschnitt (Sectio).

In vielen Fällen wird der Gebärenden aber ein Kaiserschnitt aufgedrängt, obwohl er aus medizinischer Sicht gar nicht nötig wäre. Das Problem: Die Frauen werden über die Vor- und Nachteile der Prozedur oft nur unzureichend aufgeklärt. Das gaben Forscher nun in einer Übersichtsstudie des Spitals Royal Infirmary of Edinburgh im Fachjournal Plos Medicine an.

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Was kann nach dem Kaiserschnitt passieren?

Die unmittelbaren Risiken einer Sectio sind den meisten Frauen bekannt. Die Narbe kann schmerzen, sich infizieren und es kann zu Thrombosen kommen. Was die OP allerdings auf lange Sicht verändern kann, bleibt in der Geburtsvorbereitung häufig außen vor:

  • erhöhtes Risiko für Fehl- und Totgeburten bei weiteren Schwangerschaften
  • Probleme mit der Plazenta: Fehllage, Haftungsstörungen, vorzeitige Ablösung
  • verminderte Fruchtbarkeit

In der Studie kristallisierten sich aber auch Vorteile gegenüber einer natürlichen Geburt heraus:

  • vermindertes Risiko für eine Harninkontinenz
  • seltenerer Beckenorganvorfall (Absenkung des Beckenbodens)

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Und was bedeutet die Sectio für das Baby?

Für das Baby macht es einen großen Unterschied, ob es langsam, durch Wehentätigkeit oder plötzlich über einen Bauchschnitt das Licht der Welt erblickt. Die Kinder kommen quasi "unvorbereitet", was zum Beispiel zu einer Anpassungsstörung der Atmung führen kann. Wenn das Baby bei der normalen Geburt durch das Becken muss, wird der Brustkorb zusammengedrückt, was den Start der Eigenatmung erleichtert.

Problematisch könnte auch der fehlende Kontakt mit der mütterlichen Vaginalflora beim Kaiserschnitt sein, eine Schwächung des Immunsystems dürfte manchmal resultieren. Diskutiert werden außerdem erhöhte Risiken für:

In vielen Krankenhäusern ist es daher üblich, das Kind gleich nach der Sectio mit den Bakterien der Mutter (ihrem Mikrobiom) in Kontakt zu bringen.

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