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Kanada als Vorreiter: Gesünder essen durch weniger Fleisch & Milch

Kanada veröffentlichte eine neue Ernährungsempfehlung, die vor allem den gewissenhaften und pflanzenbasierten Lebensmittelkonsum unterstützt.

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Die kanadische Ernährungspyramide streicht die vier Lebensmittelgruppen und konzentriert das Hauptmerkmal auf pflanzliche Ernährung.
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Die kanadische Regierung veröffentliche einen neuen Lebensmittel-Leitfaden, der sich stark von seinem Vorgänger unterscheidet. Die upgedatete Version streicht von nun an die vier großen Lebensmittelgruppen "Vollkornprodukte", "Obst und Gemüse", "Milch und Alternativen" sowie "Fleisch und Alternativen" und empfiehlt stattdessen den vermehrten Konsum von unverarbeiteten Nahrungsmitteln.

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Mehr Pflanzen weniger Fleisch

Die Ernährungsempfehlung (Food Guide) wird nun auch nicht mehr in einer Pyramidenform dargestellt, sondern als Teller. Dies soll zu einem gesünderen und intuitiveren Essverhalten führen und wirksamer als eine Liste von Speisen und Portionsgrößen sein.

  • Der "Ernährungsteller" wird demnach zur Hälfte mit Obst und Gemüse, ein Viertel mit Vollkornprodukten und ein Viertel mit Proteinnahrung (Eiweiß) gefüllt. Dies ersetzt gleichzeitig die vorherigen Lebensmittelgruppen.
  • "Proteinnahrung" wird von nun an in Form von pflanzlichen Eiweißen wie Hülsenfrüchte, Tofu und Bohnen empfohlen. Diese sollen tierischen Proteinen aus Fleisch, Eiern, Fisch und Milchprodukten vorgezogen werden.
  • Wasser ist laut kanadischen Food Guide das meist empfohlene Getränk, welches verhindert, vermehrt ungesunde Säfte und Softdrinks zu trinken. Ziel ist eine reduzierte Zuckerzufuhr.
  • In der alten Ernährungsempfehlung wurde festgehalten, dass man täglich einen halben Liter Milch trinken sollte. Grund dafür war den körpereigenen Vitamin D-Bedarf zu decken, obwohl Milch wenig bis gar nichts dazu beitragen kann.

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Government of Canada / food-guide.canada.ca

Fleisch ist erlaubt, aber nur wenig davon

Trotz der empfohlenen pflanzenbasierten Ernährung wird nicht vollkommen auf Milchprodukte oder Fleisch verzichtet.

  • Für die tägliche Ernährung wird weiterhin der Konsum von Eiern, Fisch und Meeresfrüchten, Hühnchen sowie salzarmen Milchprodukten empfohlen. Jedoch in geringeren Mengen.
  • Als gute Proteinlieferanten werden unter anderem Joghurt, Käse und Kefir (Sauermilchprodukt) erwähnt. Auch mageres rotes Fleisch wie Wild eignet sich als Quelle.
  • Ungesunde Lebensmittel wie Hotdogs, frittierte Lebensmittel oder zuckerhaltige Getränke oder Cornflakes sollen auf jeden Fall vermieden werden.Der neue Food Guide nennt auch Schokoladenmilch neben Saft als Grund für die steigende Fettleibigkeit im Kindesalter.
  • Säfte, Limonaden und Sodas zählen zu den bedeutendsten Zuckerquellen in Kanada und dies, obwohl der Gesamtzuckerverbrauch zurückgeht. Experten raten hier zu Diätzucker aus Gemüse, ungesüßter Milch und ganzen Früchten.

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Lebensmittelkennzeichnung & selbst kochen

Neben dem Konsum von Lebensmitteln sollen die Kanadier auch wissen, was genau in in ihrer Nahrung steckt.

  • So sollen in Zukunft Lebensmittelkennzeichnungen verwendet werden, um beurteilen zu können wie un- oder gesund ein Produkt ist. Dies soll vor allem den bewussten Nahrungsmitteleinkauf stärken.
  • Das Ministerium für Gesundheit (Health Canada) schlug 2018 vor, neue Lebensmitteletiketten zu produzieren, um die Erkennung von Inhaltsstoffen einfacher zu gestalten. So werden Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt von Zucker, Natron oder gesättigten Fettsäuren leichter erkannt.
  • Doch auch die Hausmannskost soll als Weg für die gesunde Ernährungsweise genützt werden. Denn wer Zuhause kocht und sich mit seinem Essen befasst, kocht auch automatisch gesünder und spart Geld.
  • Untersuchungen ergaben, dass kanadische Haushalte 30 Prozent ihres Nahrungsmittelbudgets für Snacks und Mahlzeiten ausgeben, die ungesunde Inhaltsstoffe enthalten.

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