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Treibhauseffekt: Krankheiten nehmen immer mehr zu

Hitze, Überschwemmungen, Krankheiten und Nahrungsmangel: Die zunehmenden Klimaveränderungen hinterlassen ihre Spuren. Nicht nur auf unseren Lebensräume, sondern auch auf unsere Gesundheit.

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Die starken Wandlungen in unserer Erdatmosphäre macht uns immer mehr krank.
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Die Erdoberfläche hat sich in den letzten 130 Jahren im globalen Durchschnitt um 0,85 °C erwärmt. Das ist eine ganze Menge. Selbst wenn es immer noch Skeptiker gibt, die daran zweifeln und sich gegen den Klimaschutz stemmen:

  • Das Klima ändert sich – und zwar in einem unnatürlich rasanten Tempo. Tatsächlich hat es im Laufe der Zeit immer wieder starke Veränderungen des Erdklimas gegeben.
  • Doch die derzeitige globale Erwärmung ist anders: Sie ist vom Menschen "hausgemacht" und wirkt sich bereits erheblich auf unsere Gesundheit aus.

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Gebundene Hitze

Woher aber kommt der Klimawandel eigentlich? Unsere Erde besteht zu 70% aus Wasser und zu 30% aus Festland; Teile davon sind mit Eis und Schnee bedeckt. Außerdem umgibt die Erde eine Gasschicht – die Erdatmosphäre.

  • Sie besteht aus Sauerstoff, Stickstoff und auch aus Treibhausgasen, wie Kohlendioxid oder Methan. So weit, so gut. Schickt nun die Sonne ihre Strahlen zur Erde, werden diese zu einem gewissen Teil von der Erde reflektiert.
  • Der andere Teil wird als Wärme aufgenommen und wie unter einer Glasglocke von den Treibhausgasen in der Atmosphäre festgehalten. Normalerweise befindet sich dieses System im Gleichgewicht und die Konzentration der Treibhausgase bleibt dadurch in etwa konstant.
  • Zumindest war das lange Zeit so. Dass es auf der Erde nun immer wärmer wird, liegt an einem Treibhausgasproduzenten, der die Balance in der Erdatmosphäre zum Kippen bringt: dem Menschen.

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Der Preis für Fleisch und Auto

Unsere Autos fahren mit Motoren. In Fabriken rattern die Maschinen. Handys und Computer brauchen Strom:

  • Die dafür benötigte Energie wird aus Kohle, Öl und Gas erzeugt.
  • Dabei entsteht unter anderem das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2).
  • Gleichzeitig werden die Waldflächen, in denen das CO2 gespeichert werden könnte, immer weniger.
  • Sie müssen Platz machen für neues Acker- und Weideland – für unser Schnitzel und sein Futter.
  • Eine weitere Konsequenz daraus: Rinder und Schweine sondern Unmengen von Methan aus – ebenfalls ein Treibhausgas, dem etwa ein Fünftel des Treibhauseffekts zugeschrieben wird.
  • Die Treibhausgase in der Atmosphäre steigen folglich immer weiter an, immer weniger Wärme wird zurück ins Weltall gestrahlt. Die Erde beginnt sich aufzuheizen.

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Direkt und Indirekt

Regional wirkt sich die Veränderung des Klimas sehr unterschiedlich aus. So kommt es an manchen Orten zu Starkregen, an anderen zu heftigen Stürmen oder extremen Dürren. Eines haben die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels jedoch gemein:

  • Sie betreffen direkt oder indirekt die Gesundheit der Menschen. Direkt – das bedeutet zum Beispiel bei Naturkatastrophen wie Tornados, Vermurungen oder Waldbränden.
  • Durch Überschwemmungen können sich auch Seuchen leichter ausbreiten und wasserbürtige Krankheiten wie Typhus oder Cholera werden durch verunreinigtes Wasser häufiger. Mangel an Trinkwasser – wie aktuell in Kapstadt – oder Nahrungsknappheit durch Missernten sind Folgen von Dürre oder Flut.
  • Sie führen in Entwicklungsländern zu einer hohen Sterblichkeit. Insofern gilt: Auch die in Europa heiß diskutierte Migrationsproblematik ist "hausgemacht". Treibhausgase kennen keine Staatsgrenzen. So sind es auch unsere Schornsteine und SUVs, die Menschen ihre Existenzgrundlage kosten.

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Apocalypse now?

Die gesundheitlichen Belastungen durch Klimakatastrophen sind jedoch nicht nur physischer Art. Wenn Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, führt das oft auch zu Depression oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Folgen sind vielfältig – und die Prognosen für die nächsten Jahrzehnte nicht gerade rosig. Dass es immer heißer wird, ist nicht nur ein diffuses Gefühl, es ist statistisch erwiesen:

  • Die Zahl der heißen Tage nimmt seit 60 Jahren stetig zu.
  • Gerade in Städten sind die steigenden Temperaturen ein großes Problem.
  • In den Betonwüsten sammelt sich Hitze besonders gut.
  • Nachts nehmen die Temperaturen dort kaum noch ab.
  • Das stört den Schlaf, der Körper kann sich nicht richtig erholen.

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Herzkrankungen steigen weiter

Vor allem ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke leiden unter den intensiven "Hundstagen" und "Tropennächten". Die Hitze belastet Herz, Kreislauf und Nieren – das kann mitunter gefährlich werden.

  • 2003 führte das Hoch "Michaela" zu einer Hitzewelle in Europa und kostete insgesamt mehr als 40.000 Menschen das Leben. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) würde eine Erderwärmung um 2 Grad dazu führen, dass sich die Zahl der Hitzetoten verdoppelt.
  • Bis Ende des Jahrhunderts könnte sich die hitzebedingte Sterberate bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen und älteren Personen laut Experten sogar verdrei- bis verfünffachen. Und dann wäre da noch die zunehmende Sonneneinstrahlung, durch die immer mehr Ozon gebildet wird.
  • Schon für sich genommen ist Bodenozon problematisch für die Gesundheit, in Kombination mit Luftverschmutzung wird daraus ein Duo infernale: Es reizt die Atemwege und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen drastisch. Unterdessen begünstigt die zunehmend starke UV-Strahlung Hautkrankheiten. Hautkrebs zum Beispiel.

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No me moleste mosquito

Veränderte Temperaturen und Niederschlagsmuster wirken auf das ökologische Gleichgewicht: So können bestimmte Insekten und Pflanzen Gebiete erobern, in denen sie vorher nicht heimisch waren – mit weitreichenden Folgen.

  • Wenn es wärmer wird, gehen Tiere auf Wanderschaft. Auch solche, die Krankheitserreger an uns Menschen weitergeben – sogenannte Vektoren.
  • Die Anopheles-Mücke zum Beispiel. Sie überträgt Malaria, an der Jahr für Jahr rund eine Million Menschen sterben. Die Mücke kann sich zwar nur vermehren, wenn es warm genug ist – doch wärmer wird es.
  • Daher tauchen Malariamücken zunehmend in höher gelegenen Regionen und in immer mehr Ländern der Welt auf.

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Pein durch Pollen

Aber auch Pflanzen erobern neue Lebensräume: Die Ambrosia-Pflanze ist eigentlich in Nordamerika zuhause. Mittlerweile ist es ihr aber auch in Europa warm genug und sie macht heimischen Allergikern das Leben schwer. Diese haben ohnehin schon zu kämpfen: Weil es wärmer wird, verlängern sich die Zeitspannen, in denen Pflanzen Pollen produzieren.

  • Gegen die Malariamücke kann ein Moskitonetz schützen, zur Linderung von Allergien gibt es Medikamente und vor Überflutungen hilft ein Haus fernab vom Wasser. Doch der Klimawandel betrifft immer mehr Menschen auf der Welt und besonders jene, für die solche Lösungen nicht bezahlbar sind.
  • Klar können wir uns bis zu einem gewissen Grad an neue klimatische Bedingungen anpassen, die Frage ist nur: wie schnell? Erst Ende Jänner haben führende Forscher die sogenannte Weltuntergangsuhr um 30 Sekunden vorgestellt.

Jetzt liegt es an uns: Wenn wir unseren Lebensstil ändern, können wir die Zeiger vielleicht noch stoppen…

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