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#KuToo: Warum Japanerinnen jetzt ihre High Heels loswerden möchten

Die Kampagne macht auf die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen in Japan aufmerksam.

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#KuToo gegen High Heels
AndreyPopov / iStock

Sie sorgen für eine bessere Haltung, strecken die Beine, runden das Outfit ab aber können auch extrem schmerzhaft sein, sowie Verletzungen und Fußfehlstellungen verursachen. Hohe Hacken gehören in Japan nicht nur zum guten Ton, sondern sind im beruflichen Alltag sogar verpflichtend. Der Gesundheitsminister sieht keine Veranlassung, das zu ändern.

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Petition für lockeren Dresscode

#KuToo, ein Wortspiel aus "Kutsu" (Schuhe) und "Kutsuu" (Schmerz), ist eine Anlehnung an die #MeToo-Bewegung und sorgt derzeit weltweit für Aufsehen.

  • Der Grund: Japanerinnen wollen sich nicht mehr dem vorherrschenden Dresscode in der Arbeitswelt beugen, der besagt, dass jede Frau hohe Stöckelschuhe tragen muss.
  • Yumi Ishikawa, Schauspielerin und Autorin, startete Anfang Juni 2019 eine Online-Petition und genießt mittlerweile Unterstützung von über 29.000 Frauen.

Der Auslöser: Ishikawa bekam einen Nebenjob in einem Hotel nicht, weil sie sich weigerte, Pumps zu tragen. Sie machte ihrem Ärger auf Twitter Luft, ihr Tweet wurde zehntausendfach geteilt. Viele Frauen klagen ihr Leid und berichten von Schmerzen,  Unfällen und davon, die Schuhe unfreiwillig zu tragen.

Ishikawa fordert ein Gesetz, dass den Zwang zum Tragen hoher Schuhe als Diskriminierung einstuft. Und sie betont, es gehe ihr nicht darum, High Heels grundsätzlich zu verbieten. Frauen sollen ganz einfach die Wahl haben.

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#KuToo gegen Sexismus

Die Kampagne ist auch eine Forderung nach Gleichberechtigung. Während Männer im Sommer sogar im Hawaiihemd ins Büro dürfen und der Krawattenzwang abgeschafft wurde, sieht die Regierung bei Frauen keine Veranlassung, den Dresscode zu lockern.

Japans Gesellschaft ist immer noch geprägt von Sexismus und der Benachteiligung von Frauen. Zwar möchte Ministerpräsident Shinzo Abe mit dem Programm "Womenomics" Frauen in der Wirtschaft stärken, doch der Erfolg ist nur mäßig.

Der Arbeits- und Gesundheitsminister Takumi Nemoto äußerte sich bislang eher kritisch und beruft sich auf die "allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz". Die Vizeministerin Emiko Takagai versuchte immerhin die Wogen zu glätten und ist der Meinung, dass keine Frau gezwungen werden sollte, schmerzhafte High Heels zu tragen.

Es bleibt abzuwarten, welche Wellen #KuToo weiterhin schlagen wird.

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