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Labor-Champignons sollen Vitamin D-Mangel vorbeugen

In Deutschland werden seit kurzem Vitamin D-Champignons verkauft. Diese sollen sogar einen 30 Mal höheren Vitaminanteil aufweisen als andere Pilzsorten.

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In Deutschland werden neuerdings Vitamin D-Pilze verkauft, die den Tagesbedarf zu 100 Prozent decken sollen.
RistoArnaudov / iStock

Mithilfe von Sonnenlicht kann unser Körper selbstständig Vitamin D herstellen. Dieses Vitamin ist besonders gut für unsere Knochen, da es die Kalziumaufnahme fördert und Osteoporose vorbeugt. Doch auch durch Lebensmittel kann das wertvolle Vitamin aufgenommen werden: Seefisch, Eier oder Pilze sind Hauptlieferanten. Gerade letztere haben in Deutschland an Aufmerksamkeit erlangt:

  • Die deutsche Supermarktkette Kaufland hat nun Vitamin D-Pilze im Sortiment, die die Tageszufuhr des Vitamins bis zu 100 Prozent decken können.
  • Im Vergleich zu anderen Champignons sollen sie eine 30-Mal höhere Menge an Vitamin D aufweisen.

Die Frage ist nun: Halten die Pilze was sie versprechen?

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Überraschende Testergebnisse

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest ging dieser Frage nach und untersuchte insgesamt sieben Packungen von unterschiedlichen Supermarkt-Pilzen. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus:

  • In herkömmlichen Pilzpackungen wurden 5,3 Mikrogramm (µg) pro 100 Gramm Vitamin D gemessen. Die Packungen mit Vitamin D-Champignons zeigten 15,1 µg Vitamin-Gehalt pro 100 Gramm auf. Laut der EU-Novel-Food-Verordnung liegt dies über dem Grenzwert von 10 µg pro Gramm.
  • Hier besteht jedoch kein Grund zur Sorge, da eine Überdosis sehr unwahrscheinlich ist. Ein dauerhafter Verzehr der Champignons ist daher unbedenklich.
  • Menschen, die nicht ausreichend Vitamin D produzieren, sollten rund 20 Mikrogramm täglich aufnehmen. Mithilfe der Vitamin-D-Pilze wäre dieser Wert mit dem Konsum von 200 Gramm abgedeckt.
  • Die Stiftung Warentest empfiehlt jedoch sich nicht vollkommen auf die Pilze als Vitaminlieferant zu verlassen.

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Im Labor gezüchtet

Ein Forscherteam um den Ernährungswissenschaftler Paul Urbain der Universität Freiburg züchteten die Vitamin-Champignons im Labor:

  • Während der Herstellung wurden die Pilze zwar keinem echten Sonnenlicht ausgesetzt, sie enthalten jedoch Ergosterol, welches eine Vorstufe von Vitamin D ist.
  • In der weiteren Züchtung wurden sie kurzzeitig mit UV-Licht  beleuchtet. Dies soll der körpereigenen Vitamin-Produktion ähneln und deutlich dessen Gehalt erhöhen.
  • Doch nicht nur im Labor hergestellte, sondern auch wildwachsende Pilze enthalten einen hohen Vitamin D-Gehalt, da sie dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

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Prävention gegen Vitamin D-Mangel

Urbain betont, dass besonders in der dunklen Jahreszeit viele Menschen an einem Vitamin D-Mangel leiden.

  • Der UVB-Anteil im Sonnenlicht ist zu gering, um die körpereigene Produktion anzukurbeln. Die Vitamin-Pilze stellen eine praktische und geschmackvolle Alternative dar, um den Vitamin D-Bedarf zu decken. Besonders Vegetarier und Veganer können hier profitieren.
  • Die Firma Pilzland aus Niedersachsen züchtet seit 30 Jahren verschiedene Pilzsorten. Dort werden nun auch die Vitamin D-Pilze angebaut.
  • In einigen Ländern ist das beimengen von Vitaminen in verschiedene Lebensmittel nicht ungewöhnlich. USA, Indien, Kanada und Finnland verkaufen unter anderem Vitamin D-Milch.
  • Besonders in Finnland fand diese Methode positives Feedback, da es dort kaum mehr Menschen gibt, die an einem Vitamin D-Mangel leiden.

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