Health News

Legasthenie: Sind die Augen schuld?

Neue Forschungen zeigen, dass eine Lese- und Rechtschreibschwäche an anders angeordneten lichtverarbeitenden Zellen im Auge liegen könnte.

  • Drucken
Kleines Mädchen schreibt und liest
Chalabala / iStock

Kinder mit Legasthenie haben große Probleme dabei, die geschriebene Sprache zu erlernen. Sie lassen Wörter aus, verdrehen Silben, lesen sehr langsam oder verlieren die Zeile im Text.

Die Ursachen der Legasthenie sind bis heute nicht vollständig geklärt. Wissenschafter aus Paris stießen jetzt auf eine Anomalie an den Augen, welche die Wahrnehmung von Schriftsprache erschweren könnte. Die Forscher entwickelten außerdem eine LED-Lampe, die das Problem aufheben soll. Die Originalstudie finden Sie hier.

+++ Mehr zum Thema: Tragisch: Kind erblindet wegen Vitamin-A-Mangel +++

Verhängnisvolle Symmetrie

Bei Menschen ohne Lese- und Rechtschreibstörung sind die lichtverarbeitenden Zellen im Auge asymmetrisch angeordnet. Legastheniker weisen hingegen eine symmetrische Anordnung auf. Das dürfte zu gespiegelten Bildern im Gehirn führen, die das Erkennen von Buchstaben stören.

Wir brauchen die Asymmetrie der Zellen im Auge, um die gespiegelten Bilder, die zum Gehirn geschickt werden, zu löschen. Die Signale eines Auges werden so von anderen Signalen überlagert. Als Resultat können wir einwandfrei lesen und schreiben.

Mögliche Therapie im Test

Die andersartigen Lichtzellen in den Augen legasthenischer Kinder könnten die anatomische und biologische Ursache für das Problem sein. Bislang galten erbliche Veranlagung, Hör- und Sehprobleme, Störungen bei der Verarbeitung von Sprache und vor allem Probleme bei der phonologischen Bewusstheit als Hauptverdächtige. Für das Auftreten von Legasthenie gibt es übrigens keinen konkreten Auslöser, wie eine generelle Minderbegabung oder unzureichende schulische Bildung.

Die französischen Forscher versuchten das Augenproblem anhand einer flackernden LED-Lampe zu lösen. Das Flackern hat eine so hohe Geschwindigkeit, dass es für uns nicht wahrnehmbar und somit auch nicht störend ist. Die falschen Bilder, die das Auge ans Gehirn sendet, sollen auf diese Weise "gelöscht" werden.

Behandlung der Zukunft?

Inwiefern die Lampe wirklich zur Therapie bei Legasthenie zum Einsatz kommen kann, muss durch weitere Studien noch ausführlich geprüft werden. Angeblich haben legasthenische Probanden der ersten Tests aber bereits von der "Wunderlampe" gesprochen…

+++ Mehr zum Thema: Wie unsere Kinder zu Optimisten werden +++

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.