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Die 4 gängigsten Mythen über Linkshänder

Sind Linkshänder kreativer als Rechtshänder? Haben sie ausgefeiltere sportliche Fähigkeiten und sterben dafür früher? Wir klären alle Mythen rund um Linkshänder auf!

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Kennen Sie alle Mythen und Fakten über Links- und Rechtshänder?
Farknot_Architect / iStock

Am 13. August ist internationaler Linkshänder-Tag. Über Menschen mit einer dominanten linken Körperhälfte ranken sich jedoch einige Legenden. Egal ob in der Schule oder im Alltag, irgendwo kommen uns immer Mythen über Linkshänder unter, die nicht nur total schräg klingen, sondern auch absolut falsch sind! Wir klären die vier häufigsten Mythen über Linkshändigkeit auf.

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Mythos 1: Linkshänder sterben früher

Der wohl bekannteste Mythos um Linkshänder ist der um ihre "kurze" Lebensspanne. Eine Studie des Psychologen Stanley Coren soll demnach wissenschaftlich belegt haben, dass Linkshänder früher sterben als Rechtshänder. Dafür befragte der Wissenschafter die Verwandten von kürzlich verstorbenen Familienmitgliedern und fragte, ob diese Links- oder Rechtshänder waren. Nach Analyse der Antworten war für Coren klar, Linkshänder sterben ganze neun Jahre früher als Rechtshänder. Einen wichtigen Aspekt hatte der Forscher jedoch übersehen:

  • Linkshänder wurden in den frühen 1950er bis in die späten 1990er Jahre (zum Teil sogar noch heute!) auf das Schreiben mit der rechten Hand umgeschult.
  • Das heißt, unter den "längerlebenden" Rechtshändern befanden sich viele Linkshänder, die in ihrer Jugend umerzogen wurden. Demnach sind die Ergebnisse sowie die Sterbeprognosen für Linkshänder falsch.

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Mythos 2: Die Umschulung von Linkshändern hatte keine Folgen

Falsch! Das erzwungene Umlernen mit der rechten Hand zu schreiben, hatte für viele Menschen schwerwiegende Folgen. Dabei kam es unter anderem zu:

Oft empfinden die Betroffenen das Schreiben mit der Hand ein Leben lang als Qual. In vielen Kulturkreisen wird die linke Hand als unrein angesehen (z.B. arabische Länder), deshalb werden auch bis heute noch viele Menschen dazu gezwungen, mit rechts zu schreiben oder zu essen. Oft "passen" sich linkshändige Kinder ihrer Umgebung an und hantieren mit ihrer rechten Hand mehr als mit der linken. Das ist vor allem auf das Gefühl des "Andersseins", oder des Gruppenzwangs zurückzuführen.

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Mythos 3: Linkshänder sind intelligenter & kreativer

In Sachen Kreativität und Intelligenz wurden zwischen Links- und Rechtshändern keine großen Unterschiede vermerkt. Jedoch sind unter hochbegabten Menschen im mathematischen oder musikalischen Bereich mehr Linkshänder vertreten.

  • Sogar im Sport sind vermehrt Linkshänder vorzufinden: unter Spitzensportlern haben 20 bis 55 Prozent eine dominante linke Körperhälfte. Darunter sind unter anderem die Leistungssportler Muhammad Ali, Rafael Nadal und Mesut Özil.
  • Im Gegensatz dazu leiden aber auch mehr Linkshänder unter Lernschwierigkeiten, da sie in einer Welt, die vermehrt auf Rechtshänder ausgerichtet ist, jeden Handgriff umdenken müssen.
  • Fun Fact: Fünf der sieben letzten US-Präsidenten waren Linkshänder, unter anderem Bill Clinton und Barack Obama.

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Mythos 4: Linkshändigkeit ist vererbbar

Lange Zeit waren Forscher davon überzeugt, dass die bevorzugte Hand von einem bestimmten Gen (Linkshändergen) beeinflusst wird. Tatsächlich jedoch sollen mehrere Gene eine Rolle spielen, die die dominante Hand bestimmen. Die Präferenz für die dominierenden Körperhälfte wird schon im Mutterleib festgelegt. Eine "Vererbung" von Links- oder Rechtshändigkeit ist laut mehreren Wissenschaftern dennoch unwahrscheinlich: Häufig weisen eineiige Zwillinge unterschiedliche Präferenzen der dominanten Hand auf. So kann ein Zwilling Linkshänder und der andere Rechtshänder sein.

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