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Warum Menthol-Zigaretten gefährlicher sind als normale Zigaretten

Rauchen – aber ohne schlechten Geschmack: das versprechen Menthol-Zigaretten. Der wahre Schaden des Rauchens wird dadurch versteckt.

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Menthol-Zigaretten sind meist schädlicher als normale Tschick.
Deagreez / iStock

Sie sind fresh, schmecken gut und sind hübsch weiß: Menthol-Zigaretten sind vor allem bei Jugendlichen beliebt.

Den Inhaltsstoff Menthol kennt man eigentlich von Lutsch-Tabletten, die bei Erkältungen eingesetzt werden. Dadurch könnte man meinen, Zigaretten mit Menthol wären gesünder als die normale Alternative. Dies ist jedoch nicht der Fall. Das Suchtverhalten könnte durch das Menthol sogar noch erhöht werden.

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Der Hype um die "Klick-Tschick"

Von vielen Marken werden neben den traditionellen Menthol-Zigaretten auch Hybrid-Versionen zwischen Menthol und normalem Tabakgeschmack angeboten. Dabei befindet sich im Zigarettenfilter eine Kapsel mit flüssigem Menthol, die durch Drücken aufplatzt und mit dem Rauch eingeatmet wird.

Diese in Österreich liebevoll "Klick-Tschick" genannten Zigaretten sind vor allem für junge Leute oft ein leichterer Einstieg in die Sucht. Es gibt sie mittlerweile auch mit drei verschiedenen Optionen, bei der man zwischen zwei verschiedenen "frischen" Geschmacksrichtungen wählen kann.

Am internationalen Markt findet man die verschiedensten Geschmacksrichtungen wie

Der Zweck dahinter ist klar: der unangenehme Tabakgeschmack soll versteckt werden.

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Was das Menthol in Zigaretten bewirkt

  • Immer schon da: Die meisten normalen Zigaretten enthalten einen gewissen Anteil an Menthol. Dieser ist jedoch oft so gering, dass er bei den Inhaltsstoffen nicht angegeben wird.
  • Geschmacklich verändern: Das Menthol soll dabei den scharfen Tabakrauch etwas abschwächen, um das Inhalieren leichter zu machen.
  • Weniger kratzig: In richtigen Menthol-Zigaretten ist der Anteil des beruhigenden Stoffes weitaus höher. Das Kratzen im Rachen beim Rauchen wird dadurch enorm reduziert, die Zigarette schmeckt "leichter".

Die Gefahr bei Menthol-Zigaretten

Das Problem ist: Die Zigarette schmeckt zwar weniger schädlich und reizt den Rachen weniger, die Schadstoffe sind aber in gleicher Menge vorhanden wie in der normalen Zigarette. Die rauchende Person merkt von dem Schaden, den sie ihrem Körper anrichtet, nur viel weniger.

Da sich der eingeatmete Menthol-Rauch auch angenehmer anfühlt, ist man laut einer Studie auch dazu verleitet, ihn tiefer zu inhalieren. Die Schadstoffe der Zigarette dringen dadurch also noch weiter in die Lunge vor und verbleiben dort länger.

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EU-Verbot ab 2020

Genau aus diesen Gründen entschied die EU bereits vor einigen Jahren, dass Menthol-Zigaretten ab 2020 in der EU verboten werden sollen. Dies ist eine Maßnahme für den Jugendschutz, da Menthol-Zigaretten vor allem für junge Menschen ein leichter Einstieg ins Rauchen sind.

Wer also momentan noch ab und zu eine Menthol-Zigarette raucht, sollte sich langsam aber sicher von ihnen verabschieden. Das Rauchen vollends aufzugeben, ist natürlich die beste Lösung.

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