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Mikroplastik: Wir essen wöchentlich eine Bankomatkarte!

Keiner möchte freiwillig Plastikteilchen essen. Aber jeder tut es.

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Mikroplastik am Strand
doble-d / iStock

Es schaut nicht gerade rosig aus: Das Meer erstickt vor lauter Plastik. Tiere verenden, weil Plastik ihren Verdauungsapparat verstopft. Und es wird nicht besser: Forscher warnen, dass Menschen wöchentlich fünf Gramm Mikroplastik zu sich nehmen – das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte. Würg!

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Hätten Sie gedacht, dass Sie Mikroplastik essen?

Das, was Forscher der University of Newcastle (Australien) mitzuteilen haben, lässt weltweit aufhorchen: Einer von der internationalen Natur- und Umweltschutzorganisation WWF im Auftrag gegebenen Studie zufolge essen Menschen im globalen Durchschnitt bis zu 2.000 Teilchen an Mikroplastik, also Kunststoffteilchen, die kleiner sind als fünf Millimeter – pro Woche.

Mikroplastik entsteht durch Abrieb und Zerfall von Plastikmüll. Landet dieser im Wasser, treiben große Teile obenauf, kleine Teile sinken auf den Meeresboden. Aber Mikroplastik befindet sich auch in heimischen Flüssen und Seen. Es gibt kein Entkommen. Die winzigen Plastikteile verteilen sich überall und gelangen in den Lebensmittelkreislauf. Mikroplastik befindet sich nicht nur im Fisch oder in Meeresfrüchten, die wir essen, sondern beispielsweise auch im Speisesalz, Wasser in Flaschen und sogar in der Luft. In Bezug auf die Belastungen gibt es durchaus regionale Unterschiede. So wurden in den USA oder Asien höhere Belastungen nachgewiesen als in Europa.

Wir essen Mikroplastik in der Größe einer Kreditkarte

"Wenn wir kein Plastik in unserem Körper wollen, müssen wir verhindern, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Kunststoffmüll in die Natur geraten", mahnt Heike Vesper, Leiterin des Bereiches Meeresschutz WWF Deutschland. Es ist unmöglich, die winzigen Teilchen, die bereits in die Umwelt gelangt sind, zu entfernen. Deshalb muss Plastik in der Zukunft weitgehend vermieden werden.

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Gesundheitliche Folgen von Mikroplastik

Eine im Fachjournal "Environmental Science & Technology" veröffentlichte Studie besagt, dass Partikel von wenigen Mikrometern sogar direkt in die Zellen von Lunge und Darm gelangen. Welche Auswirkungen die kleinen Kunststoffteilchen auf die menschliche Gesundheit haben, wird derzeit erst erforscht. Die wissenschaftliche Beweislage ist noch dürftig, dennoch gehen Experten davon aus, dass kleine Kunststoffteilchen prinzipiell durchaus Schäden verursachen könnten. Bis dahin gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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