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Brucellose & Co: Wenn die Milch krank macht

Überall liest man derzeit von "Brucellose", einer Infektion, die unter anderem über Rohmilch auf den Menschen übertragen werden kann. Welche Krankheitserreger ebenfalls mit Milch in Verbindung gebracht werden, lesen Sie hier.

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Brucellose in der Kuhmilch
Jan-Schneckenhaus / iStock

In Österreich wurden in den letzten Wochen Fälle von Brucellose gemeldet. Die Seuche wird von Bakterien verursacht, die beim Menschen in 10% der Fälle zu grippeartigen Symptomen führen. Mehr zu Anzeichen, Verlauf und Behandlung der Brucellose finden Sie auf netdoktor.at.

Viele fürchten sich nun, dass sie sich durch den Konsum von Milchprodukten mit Brucellose infizieren könnten. Da die Keime aber durch die technischen Verfahren (Pasteurisierung etc.) abgetötet werden, ist eine Erkrankung durch konventionelle Milch unwahrscheinlich. Wer Kontakt zu Kühen hat oder Rohmilch trinkt, läuft allerdings Gefahr, sich anzustecken. In Rohmilch verbergen sich manchmal noch andere Krankheitserreger.

Mehr dazu: Verschleimt Milch den Körper?

Rohmilch ist mit Vorsicht zu genießen

Auch wenn sie die ursprünglichste und am wenigsten verarbeitete Form der Milch ist, bedeutet das nicht, dass Rohmilch immer gesund ist. Sie kann mit unterschiedlichen Keimen belastet sein, die im schlimmsten Fall zu schweren Infektionen führen. Daher sollten insbesondere diese Personengruppen auf Rohmilch verzichten:

  • Säuglinge
  • Schwangere
  • Immunschwache und Kranke
  • alte Menschen

Mehr dazu: Was ist A2-Milch?

Krank nach dem Genuss "natürlicher" Milch

Diese Keime können neben dem Brucellose-Bakterium noch in Rohmilch vorkommen:

  • Salmonellen: Lösen eine Magen-Darm-Erkrankung mit Erbrechen und Durchfall aus. Alles zur Salmonellose lesen Sie hier.
  • Campylobacter: Diese Erreger führen ebenso zu Durchfällen, stecken auch oft in Geflügelfleisch.
  • Yersinien: Führen je nach Bakterienstamm zu fieberhafter Darmentzündung oder Lymphadenitis mesenterialis (ähnliche Symptome wie bei einer Blinddarmentzündung). Mehr dazu hier.
  • Listerien: Verursachen die sogenannte Listeriose.
  • Escherichia coli: Oft harmlos, lösen aber häufig starken Durchfall aus.
  • Darmtuberkulose: Darmentzündung mit Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, Fieber und Durchfall.
  • FSME: Nicht nur Zecken übertragen die gefährliche Gehirnhautentzündung, Rohmilch gilt ebenso als Überträger der Viren.

Das Problem: Die Keime können sich in Rohmilchprodukten hervorragend vermehren, die toxische Belastung erhöht sich also, umso mehr Zeit vergeht.

Rohmilch immer abkochen

Falls Sie trotz der Gesundheitsgefahr lieber Roh- als industriell verarbeitete Milch kaufen (gibt es nur direkt auf Bauernhöfen und nicht im Supermarkt), sollten Sie diese zumindest gut abkochen, bzw. auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzen.

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