Health News

Mobilfunkstrahlungen sind harmloser als gedacht

Experten warnen vor unvollständigen Studien und "neuen" Erkenntnissen, denn Strahlungen von Smartphone & Co scheinen nicht so gesundheitsschädlich zu sein wie bisher angenommen.

  • Drucken
Mobilfunkstrahlungen von Handy & Co ist ungefährlicher als gedacht.
DisobeyArt / iStock

Bei der jährlichen Konsensus-Konferenz des Wissenschaftlichen Beirat Funk (WBF) diskutierten Experten über die möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mobilfunkgeräten. Verschiedene Ergebnisse zeigen, dass etwaige Erkrankungen oder Gefährdungen durch die Strahlung auszuschließen sind.

Mehr dazu: Das Handy schadet den Händen

Eingereichte Studien unzureichend

Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten untersuchten und bewerteten 172 Studien, die im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 publiziert wurden. Folgende Studiengebiete wurden untersucht:

Die Studienmethoden und -ergebnisse waren für die Mediziner technisch nicht einwandfrei durchgeführt und somit nicht verwertbar. Das betraf neun der eingereichten Studien. „Aufgrund dieser Arbeiten werden Fake News verbreitet, die zu einer Verschleierung möglicherweise relevanter Daten durch eine Flut von Datenmüll führen können“, warnt Dr. Christopher Gerner, Institutsvorstand für Analytische Chemie der Universität Wien.

Mehr dazu: Süchtig nach dem Smartphone? 7 Tipps gegen die Handysucht

Keine eindeutigen Studienergebnisse

Der WBF rät auf jeden Fall einen gewissen Sicherheitsabstand zu technischen Geräten wie dem Smartphone einzuhalten. Eine Entfernung von 20 bis 30 Zentimeter sollten optimal sein.

  • Eine gesundheitliche Beeinträchtigungen der Augen oder der Netzhaut durch die Handy-Strahlung konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.
  • Dass Mobilfunkgeräte die Tumorentwicklung im Körper steigern, kann weiterhin nicht bestätigt werden. Die Experten warnen daher, dass bisherige Untersuchung zu diesem Thema mit Vorsicht zu interpretieren sind. Ermittelte Ergebnisse wurden meist durch Alter und Geschlecht, sowie bekannte Symptome der Probanden beeinflusst.
  • Lange Zeit hielt sich der Mythos, dass besonders Handys die Zeugungsfähigkeit von Männern beeinflussen können. Hier wurden ebenfalls keine eindeutigen Erkenntnisse erforscht.

Mehr dazu: Das Handy macht doof

Kinder & Jugendliche sind gefährdet

  • Besonders Kinder unter dem dritten Lebensjahr sollten keine Smartphones oder sonstige Mobilfunkgeräte benützen. Da die Empfindlichkeit des kindlichen Schädels in diesem Alter noch sehr hoch ist, sollte ein direkter Kontakt speziell im Kopfbereich vermieden werden.
  • Ein übermäßiger Konsum von Smartphones oder Tablets, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, kann zahlreiche negative Folgen mit sich ziehen. Dies habe jedoch nichts mit der Strahlung zu tun.
  • So kann die permanente Smartphonenutzung zu Haltungsschäden, Schlafstörungen und Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit sowie Konzentration führen. Es ist bestätigt, dass Smartphones zu einer verschlechterten Sehkraft beitragen, die vor allem die Kurzsichtigkeit von Kindern fördern.

Die WBF mahnt zu einem umsichtigen Umgang bei der Verwendung von Mobilfunktechnologien. Eine umfassende Aufklärung über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen und begrenzte Nutzungszeiten schützen vor weiteren Schäden.

Mehr dazu: Kurzsichtig wegen Smartphone & Co

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.