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Multiple Sklerose wegen Salzkonsum?

Forscher vermuten ungesunde und salzreiche Ernährung als Mitverursacher von Multipler Sklerose (MS). Die Autoimmunerkrankung wird immer häufiger diagnostiziert.

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Verursacht zu viel Salz Multiple Sklerose?
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Bei Multipler Sklerose (MS) bekämpft das Immunsystem die eigenen Nervenzellen. Warum das passiert, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Vermutet wird eine Kombination aus Veranlagung und äußeren Einflüssen. Immer wieder steht auch die Ernährung als möglicher Risikofaktor zur Diskussion.

In Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit wird die verstärkte Aufnahme von Salz als potenzielle Ursache diskutiert.

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MS-Fälle nehmen zu

Der Einfluss der Ernährung auf unsere Gesundheit wurde lange unterschätzt. In den letzten Jahrzehnten rückt sie immer mehr in den Fokus der Forschung, nahezu täglich scheinen neue Erkenntnisse dazu aus dem Boden zu schießen. Eine Studie setzte sich damit auseinander, welche Rolle das individuelle Essverhalten bei der Entstehung und dem Verlauf der neurologischen Krankheit MS haben könnte.

In den letzten Jahrzehnten wurde ein Anstieg der MS-Fälle verzeichnet – zumindest in manchen Teilen der Welt. Die Zunahme ist so enorm, dass sich diese nicht durch die besseren Möglichkeiten der Diagnose erklären lässt. Den Wissenschaftern fiel jedoch auf, dass sich die Länder, in denen sich MS-Diagnosen häuften, von anderen Nationen vor allem durch die Art des Essens unterschieden. Sie vermuten Fast Food, Fertigprodukte und insbesondere deren hohen Salzgehalt als Mitauslöser der Erkrankung.

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Lässt Salz das Immunsystem entgleisen?

Um den Zusammenhang zwischen salzreichem Essen und der Entstehung von MS erforschen zu können, lösten Wissenschafter an Versuchsmäusen eine Art künstliche MS aus, die sogenannte experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis (EAE). Zusätzlich wurden menschliche Immunzellen untersucht.

Dabei zeigte sich:

  • Sowohl die Immunzellen des Menschen als auch das Immunsystem der Mäuse wurden durch das Salz beeinflusst.
  • Die sogenannten T-H17-Zellen wurden verstärkt aktiviert.
  • Dieser Typ der T-Helferzellen steht unter Verdacht, etwas mit der Entwicklung von Autoimmunerkrankunngen zu tun zu haben.
  • Die Mäuse zeigten unter erhöhtem Salzkonsum mehr und stärkere MS-Symptome.

Unklar ist, ob sich die Erkenntnisse auch direkt auf Betroffene übertragen lassen.

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Mehr Schübe wegen mehr Salz?

Schon ältere Studien haben ergeben, dass sich Salz negativ auf den Verlauf der MS auswirkt. Die Probanden mit mittlerem bis hohem Salzkonsum verzeichneten mehr Schübe als die Teilnnehmer, die nur wenig Salz aßen. Neuere Untersuchungen konnten einen solchen Zusammenhang allerdings nicht feststellen.

Aufgrund der widersprüchlichen Studienergebnisse können keine klaren Empfehlungen zum Salzkonsum und der Vorbeugung von MS gegeben werden. Generell gilt eine salzreiche Ernährung als ungesund und sollte unabhängig vom MS-Risiko vermieden werden.

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