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Warum schließen wir beim Niesen unsere Augen?

Besonders während der Schnupfen- und Pollenzeit bleibt vielen Menschen das Niesen nicht erspart. Durch den kräftigen Nasenwind schließen wir automatisch die Augen: Doch warum passiert das eigentlich?

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Niesen ist ein körperlicher Reflex, der nicht unterdrückt werden sollte.
Wavebreakmedia / iStock

Niesen ist ein körperlicher Reflex, der durch Fremdkörper oder Entzündungen in der Nasenschleimhaut sowie durch einen Blick in helles Licht ausgelöst werden kann. Während dem Niesen schließen wir automatisch die Augen und "erblinden" für ein paar Sekunden. Der Versuch, unser Sehorgan offen zu halten, gestaltet sich schwierig. Warum müssen wir also die Augen zumachen, wenn der Körperreflex eintritt?

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Wie funktioniert Niesen?

Gelangt ein Fremdkörper in die Nase, werden die Sinneszellen des Organs gereizt. Diese aktivieren wiederum das vegetative Nervensystem im Rückenmark.

  • Das Kontrollzentrum der Reflexe veranlasst ein Signal für einen Bewegungsimpuls im Zwerchfell. Dessen Muskeln drücken die Luft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h zusammen und schicken diese in die Stirnhöhle.
  • Dort entsteht ein Luftdruck, der sich beim Niesen wie eine Explosion entlädt. Das Schließen der Augen erfolgt ebenfalls als Reflex, deshalb kann man nichts dagegen tun.

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Können die Augen rausfallen?

Wozu der Reflex eigentlich gut ist, ist bis heute nicht bekannt. Zuerst wurde vermutet, dass das Schließen der Augenlider vor Überdruck schützen soll, der beim Niesen entsteht.

  • Experten sind eher der Meinung, dass unser Sehorgan durch unsere Augenlider vor Bakterien oder Viren im Nasensekret geschützt werden soll.
  • Niesen ist prinzipiell nicht schädlich für unsere Augen: Das heißt, sie können auch nicht rausfallen! Anatomisch ist dies unmöglich, da unsere Augen über die Bindehaut mit dem Augenlid verwachsen sind.
  • Allerdings ist es nicht ratsam, sein Niesen zurückzuhalten oder es zu unterdrücken. Verletzungen im Ohr oder Gehirn sind zwar sehr selten, aber trotzdem möglich.
  • Das Unterdrücken hindert den Selbstreinigungseffekt des Körpers und kann dazu führen, dass sich Entzündungen in den Nasennebenhöhlen ausbreiten und die Keime in Richtung Innenohr weiterwandern.

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Allergiker im Straßenverkehr gefährdet

Für Allergiker kann der Niesreflex während der Autofahrt besonders gefährlich werden. Kurzzeitig geschlossene Augen können nach mehrmaligen Niesattacken zu Unfällen führen.

  • Eine deutsche Studie des Allergiezentrums Wiesbaden erforschten, dass die allergischen Symptome sich auf das Fahrverhalten wie ein Blutalkoholspiegel von 0,5 Promille auswirken. Demnach haben Allergiker im Vergleich zu gesunden Menschen, ein 30 Prozent höheres Unfallsrisiko im Straßenverkehr.
  • Während man seine Nase putzt und mit dem Taschentuch zum Teil auch noch sein Sichtfeld einschränkt, können Auffahrunfälle oder das Abkommen von der Fahrbahn schnell passieren.

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