Health News

Öko-Test: 11 von 20 Erkältungsbädern schlecht bewertet

Öko-Test untersuchte 20 verschiedene Erkältungsbäder auf deren Inhaltsstoffe und Wirksamkeit. Mehr als die Hälfte der Produkte fiel im Test durch.

  • Drucken
Wie gut sind Erkältungsbäder wirklich?
olegbreslavtsev / iStock

Verschnupft, heiser und schmerzende Gliedmaßen: Bei einem grippalen Infekt sorgt ein heißes Erkältungsbad für Linderung der Beschwerden und entspannt. Doch sind alle Erkältungsbäder so wohltuend und gesundheitsfördernd, wie sie versprechen? Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat sich 20 Produkte genauer angesehen.

Mehr dazu: Richtig verhalten bei einer Erkältung

Schlechte Bewertung für Erkältungsbäder

Das Ergebnis von Öko-Test ist ernüchternd: 11 von 20 untersuchten Erkältungsbädern wurden mit "mangelhaft" oder "ungenügend" benotet. Besonders die versprochene "wohltuende" Wirkung der Produkte kann nicht wissenschaftlich belegt werden. Zwar sind ätherische Öle wie Pfefferminz- oder Eukalyptusöl und Pflanzenextrakte aus Fichte, Nadelhölzern (Edeltanne) etc. dafür bekannt, Schnupfen und andere Erkältungssymptome lindern zu können, durch klinische Testungen bewiesen ist dies allerdings nicht.

  • Kosmetische Badezusätze preisen ihre "wohltuenden" Effekte an, um konkrete medizinische Wirkversprechen zu vermeiden.
  • Der Zwiespalt: Einerseits müssen die Produktversprechen wissenschaftlich belegt sein, (sonst darf der Hersteller sie nicht vermarkten), andererseits dürfen Kosmetika keine vergleichbare Wirkung wie Medikamente haben. Sonst würden sie unter die Auflagen des Arzneimittelgesetzes fallen.
  • Deshalb werden Erkältungsbäder ganz unverfänglich als "wohltuend" oder "befreiend" betitelt. Öko-Test sieht aber auch hier einen Anspruch von wissenschaftlichen Belegen – die laut den Gutachtern nur teilweise vorliegen.

Mehr dazu: Allergie oder Erkältung: Wie erkenne ich den Unterschied?

Problematische Inhaltsstoffe entdeckt

Kampfer wird aus dem ätherischen Öl des Kampferbaums gewonnen und ist in den meisten Erkältungsbädern enthalten. Zwar wird in der Alternativmedizin der Einsatz von Kampfer als krampflösend und kreislauffördernd gelobt, dennoch kann es dadurch auch zu Nebenwirkungen wie Hautekzemen kommen. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern besteht bei Kontakt Vergiftungsgefahr, ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle sowie eines Atemstillstands.

  • Produkte mit Nadelholz-, Fichtennadel, Kiefernadel- oder Latschenkiefernöl enthalten auch hohe Mengen an Delta-3-Caren. Das ist ein natürlicher Öl-Bestandteil, der auch als Allergen bekannt ist.
  • 15 Produkte wiesen Polyethylenglykole (PEG) auf. Diese machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe. Im Erkältungsbad sorgen sie dafür, dass sich zwei eigentlich nicht mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser miteinander vermengen können.

Mehr dazu: 5 tierische Inhaltsstoffe im Lippenstift

Duftstoffe als Allergieauslöser

Die enthaltenen Duftstoffe sorgen ebenfalls für Unmut: Ein Hersteller führt den Duftstoff Lilial an. Für die Experten von Öko-Test ist das vollkommen unverständlich, da schon länger bekannt ist, dass Lilial die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte. Keiner der Anbieter vermerkte außerdem allergieauslösende Duftstoffe auf den Produkten.

Die Experten von Öko-Test merken an, dass eine ausführliche Deklaration der Duftstoffe für Allergiker essenziell wäre, um Allergiker nicht zu gefährden.

Mehr dazu: 4 Hausmittel gegen die Erkältung

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.