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Öko-Test: Pestizide in Husten- und Bronchialtee entdeckt

Das Verbrauchermagazin Öko-Test untersuchte 18 verschiedene Hustentees. Das Ergebnis: Knapp zwei Drittel der Produkte sind "mangelhaft".

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Hustentee mit Pestiziden belastet
GMVozd / iStock

Bei Husten und Schnupfen liegen wir gerne mit einem heißen Tee im Bett. Immerhin verschafft uns das Getränk schnelle Linderung und wärmt von innen. Eine Studie des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt jedoch, dass die meisten Husten- und Bronchialtees alles andere als hilfreich sein können. Vor allem bedenkliche Inhaltsstoffe wie Pestizide oder Pflanzengifte sowie nicht nachgewiesene Werbeversprechen sind problematisch.

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Wirkung von Hustentees nicht bestätigt

Öko-Test untersuchte 18 verschiedene Tee-Produkte auf ihre Inhaltsstoffe und "Wirkungsversprechen". Viele Heißgetränke werden als besonders "hustenlösend- oder lindernd" beschrieben. Jedoch wurde aus Sicht des Gutachters Manfred Schubert-Zsilavecz, Pharmazeut an der Universität Frankfurt, bei vielen Tees kein ausreichender Beleg zur Wirksamkeit gefunden. Zwar werden Kräutermischungen aus Süßholzwurzel, Thymian, Fenchel & Co in der Volksmedizin gegen Husten eingesetzt – die wissenschaftliche Lage ist dennoch "wenig überzeugend".

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Pestizide & Giftstoffe

Insgesamt 11 von 18 Produkten erhielten die Bewertung "mangelhaft" und "ungenügend". Besonders die beinhalteten Pestizide und Pflanzengifte sind der Grund für die negative Benotung. In sieben Tees wurden Pyrrolizidinalkaloide (PA) entdeckt: Die natürlichen Giftstoffe werden durch bestimmte Unkräuter gebildet, um Fressfeinde abzuwehren. Vor allem Kräutertees können damit belastet sein, da die Giftstoffe durch die maschinelle Ernte in das Endprodukt gelangen können.

  • PA können die Leber schädigen und gelten zudem als erbgutschädigend sowie krebsauslösend. Bauern und Unternehmen sollten die Belastung von Nahrungsmitteln mit den Pflanzengiften so gering wie möglich halten, etwa durch mehr Sorgfalt bei Anbau und Ernte.
  • Einen Grenzwert für PA gibt es nicht, aber der Zielwert der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA liegt pro Tagesdosis bei 0,35 Mikrogramm für eine Person mit einem Körpergewicht von 50 Kilogramm. Zwei Produkte im Test überschritten diesen Wert.
  • 14 von 18 Tees wiesen zudem auch eine Pestizidbelastung auf. in einem Produkt lag der Schadstoff-Rückstand sogar über dem gesetzlichen Grenzwert. Zwei weitere Husten- und Bronchialtees waren mit Glyphosat belastet. Öko-Test stuft dieses als besonders bedenklich ein.

Drei Tees enthielten das Antimückenmittel DEET. Dieses kann zu allergischen Reaktionen sowie Haut- und Schleimhautreizungen führen. Das Mittel könnte aus den enthaltenen Lindenblüten in manchen Tees stammen. Bei der händischen Ernte tragen die Arbeiter häufig den Mückenschutz, so kann sich der Stoff in den Blüten absetzen.

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