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Öko-Test: Schokolade häufig mit Mineralöl belastet

Schokofans aufgepasst: Das Verbrauchermagazin Öko-Test stellte fest, dass viele bekannte Marken-Schokoladentafeln mit Mineralöl belastet sind.

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Mineraöl in Schokolade gefunden
wmaster890 / iStock

Das Verbrauchermagazin Öko-Test untersuchte in einer Studie 25 verschiedene Schokoladentafeln auf ihren Geschmack, die Herkunft des verwendeten Kakaos und mögliche Mineralöl-Rückstände. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nur zwei von 25 Produkten erhielten die Benotung "gut".

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Mineralöl als Problemstoff

Im Labor untersuchten die Experten die Produkte auf Mineralöl, krebsverdächtiges Acrylamid, Cadmium, Nickel und Salmonellen. Bereits 2017 fand Öko-Test eine hohe Mineralöl-Belastung in Schokolade. Dieses Jahr wurden nur minimale Verbesserungen festgestellt: Zwar ist immer noch Mineralöl nachweisbar (24 von 25 Produkten sind belastet), dennoch konnten keine krebsverdächtigen MOAH-Verbindungen ("Oil Aromatic Hydrocarbons") nachgewiesen werden.

  • Ganz im Gegensatz dazu wiesen gleich 23 von 25 Produkte eine erhöhte Belastung mit dem Mineralöl-Bestandteil MOSH ("Mineral Oil Saturated Hydrocarbons") auf. Die gesättigten Kohlenwasserstoffe können sich im Körper anreichern und sollen ebenfalls wie MOAH krebserregend sein.
  • In vier Tafeln wurde eine "sehr stark erhöhte" Belastung nachgewiesen. In zwei Milchschokoladen lag die MOSH-Belastung über dem festgelegten Orientierungswert.

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Discounter-Produkte besser als Marken-Ware?

Geschmacklich konnten die Schoko-Produkte nur mittelmäßig überzeugen. Die volle Punktzahl in Sachen Geschmack, Geruch und Mundgefühl erreichte nur jede dritte Schokoladentafel. Einen klaren Sieger gab es dabei aber nicht. Eines fiel jedoch deutlich auf:

  • Die Discounter-Schokolade schmeckte den Sensorik-Experten bei der Blindverkostung teilweise besser als die Marken-Schokolade.
  • Die schlechteste Benotung war ein "befriedigend", gerade bei einigen Markentafeln waren Geruch und Geschmack wenig überzeugend.
  • Insgesamt wurden sieben Tafeln mit "mangelhaft" und "ungenügend" bewertet. Nur zwei Produkte erhielten die Benotung "gut", der Rest ist laut Öko-Test "mittelmäßig".

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Intransparente Lieferkette

Auch in Bezug auf die Herkunft des verwendeten Kakaos zeigen sich die meisten Hersteller ahnungslos. Öko-Test bat die Unternehmen, ihre Lieferketten bis zu den Kakaobauern offenzulegen. Nur drei von 25 Herstellern ist dies gelungen – eine schwache Quote.

  • Neun Schokoladen-Firmen gaben überhaupt keine Auskunft über ihre Lieferkette. Schokoladenhersteller kaufen von den Lieferanten und wissen meist nicht, woher der Kakao bezogen wird.
  • Im Gegensatz zu Kaffee ist bei Kakao nicht einmal das Fairtrade- oder UTZ-zertifizierte Siegel automatisch rückverfolgbar. Fairtrade-Bauern bekommen zumindest etwas mehr bezahlt. Acht Hersteller haben den Fairtrade-Preis von Schokolade im Test nachgewiesen – ihr Produkt als Fairtrade gelabelt, haben jedoch nur sechs davon.
  • Sechs weitere Schokoladentafeln trugen ein UTZ-Siegel. Bei diesen gekennzeichneten Produkten kann man sicher sein, dass zertifizierter Kakao bezahlt wurde.

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Fairtrade ist nicht immer fair

Zwei Hersteller gaben an, nicht-zertifizierten Kakao gekauft zu haben. Der Preis, den vier weitere Hersteller zahlten, bleibt weiterhin unklar. Laut Öko-Test steckt in einer UTZ- oder Fairtrade-zertifizierten Schokolade jedenfalls nicht immer das, was angepriesen wird:

  • Der sogenannte Mengenausgleich erlaubt den Herstellern, zertifizierten mit nicht fair-gehandeltem Kakao zu mischen. Das ist aber nur bei Kakao, Zucker, Tee oder Orangensaft möglich. Auf dieses Verfahren wird auf den Verpackungen meist mit "Fairtrade Cocoa Program" und "mit Mengenausgleich" hingewiesen.
  • Grund dafür ist, dass viele Kleinbauern ihren Fairtrade-Kakao sonst nicht verkaufen könnten. Viele Händler in der Lieferkette sind mittlerweile nicht bereit oder fähig, den Kakao getrennt zu verarbeiten und zu lagern.
  • Der Hersteller zahlt somit für den Kakao, den er verarbeitet, den höheren Preis. Ob der Kakao fair gehandelt wurde und woher er tatsächlich stammt, weiß der Hersteller letztlich nicht.

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