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Krebserregende Jeans: Öko-Test warnt vor Giftstoffen

Wussten Sie, dass die Jeansproduktion nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Umwelt belastet?

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Öko-Test analysierte 21 Jeanshosen und kam zu dem Ergebnis. dass darin giftige Stoffe gefunden wurden.
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Öko-Test untersuchte 21 Damen-Bluejeans zwischen 10 bis 150 Euro: Die ermittelten Ergebnisse sind ernüchternd. Keine der analysierten Hosen bekam eine gute Note, sogar Produkte von Fair-Fashion-Labels fielen durch. Der Grund: Mehr als die Hälfte der Jeans war mit krebserregenden Stoffen belastet.

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Gesundheits- und umweltschädliche Jeansproduktion

In 15 Bluejeans wurde der Schadstoff Anilin festgestellt. Der krebserregende Farbbestandteil kommt im Farbstoff Indigo vor, der den Bluejeans die typische blaue Optik verleiht. Infolgedessen wurden ganze 15 Hosen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet. Fünf weitere Produkte von "Bio-Marken" bekamen die Note "befriedigend".

Abgesehen von unserer Gesundheit leidet auch unsere Umwelt stark unter der Jeansproduktion. Das Färben, Bedrucken und Waschen der Jeans ist chemikalienintensiv und schadet der Erde, indem unzählige, vor allem chinesische Flüsse verseucht werden.

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Unfaire Löhne & zahlreiche Todesfälle

Doch nicht nur die Schadstoffe in den Produkten sind bedenklich, auch die unzureichende Bezahlung der Mitarbeiter in den Textilfabriken und die permanente Belastung mit Giftstoffen ist ein wachsendes Problem in der Jeansproduktion. In puncto existenzsichernder Entlohnung fielen alle Jeans-Anbieter durch.

Zehn der getesteten Unternehmen antworteten Öko-Test nicht auf die Konfrontation – darunter waren Marken wie Diesel, Mustang und Lee. Bio-Marken wie Armedangels und Hess Natur konnten mit glaubhaften Dokumenten belegen, dass sie sich für hohe Sozial- und Umweltstandards in ihrer Produktion bemühen.

Dennoch fördert die Jeansproduktion auch heute noch unzählige Todesopfer:

  • Vor sechs Jahren stürzte in Bangladesch das Rana-Plaza-Gebäude ein, in dem Produkte für Großkonzerne wie Primark, Hofer, Lidl, H&M und Kik hergestellt wurden. Unzählige Menschen starben, über 700 waren verletzt.
  • Doch auch dieses Jahr wurden 25 Menschen Opfer eines Hochhausbrands in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh.
  • Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu wahren, wurde der Bangladesh Accord ins Leben gerufen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im Öko-Test haben die Vereinbarung unterzeichnet.

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Darauf sollten Sie beim Jeanskauf achten

Um mit gutem Gewissen shoppen zu können, empfiehlt Öko-Test beim Jeanskauf auf die Siegel Fair Wear Foundation und Global Organic Textile Standard (GOTS) zu achten. Das Internet bietet zudem viele faire und umweltgerechte Online-Shops, die ein nachhaltiges Kaufverhalten unterstützen.

Vor dem ersten Tragen sollten Sie die Bluejeans unbedingt waschen, um Schadstoffrückstände aus der Produktion zu entfernen. Waschen Sie die Jeans immer getrennt von Ihrer restlichen Wäsche, da die Hose leicht abfärben kann. Tipp: Drehen Sie vor dem Waschgang das Kleidungsstück immer auf links, damit die Farbe länger hält.

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