Health News

Studie zu Omega-6: Ernährt sich die Mutter fettreich, schadet das dem Gehirn des Babys

Die gesteigerte Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren löst laut einer Studie möglicherweise psychiatrische Störungen aus.

  • Drucken
Fettreiche Ernährung schadet Gehirn des Babys
SHansche / iStock

Wir brauchen Omega-6-Fettsäuren, um gesund zu bleiben. Eine Studie, die erst kürzlich im Fachjournal Molecular Psychiatry erschienen ist, warnt aber nun vor einem Zuviel der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese sind Omega-3-Fettsäuren sehr ähnlich, müssen über die Nahrung zugeführt werden und sind lebensnotwendig. Zu viel davon überfordert allerdings den Organismus des sich im Mutterleib entwickelnden Babys und stört die Entwicklung seines Gehirns.

Mehr dazu: Tokophobie: Panische Angst vor Schwangerschaft & Geburt?

Zu viel Omega-6 schadet Babys Gehirn

Dass zu viele Omega-6-Fettsäuren auch nachteilige Effekte auf die Gesundheit haben, ist bekannt. So haben sie eine gefäßverengende Wirkung und können in weiterer Folge zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Wissenschafter der Medizinischen Universität Wien fanden heraus, dass eine hohe Dosis Omega-6-Fettsäuren auch einen schlechten Einfluss auf den Fötus hat und das Gehirn sowie seine Entwicklung beeinträchtigt.

  • Ernährt sich die Mutter stark fettreich, entwickelt sie ein Übermaß an körpereigenen Endocannabinoiden, die während der Schwangerschaft von der Mutter an das Baby weitergegeben werden können.
  • Endocannabinoide sind körpereigene Botenstoffe. Sie gehören zum Endocannabinoid-System, welches wiederum Teil des Nervensystems ist und als wichtiges Kommunikationssystem im menschlichen Gehirn und auch anderen Organen fungiert.
  • Zu viel dieser Endocannabinoide überfordert die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn des Babys und führt in weiterer Folge zu einer Blockade. Die Gehirnzellen werden nicht mehr korrekt ins Gehirn "eingefügt" und können ihre Funktionen nicht erfüllen.
  • Die Einschränkungen bestehen lebenslang und können psychiatrische Störungen wie ADHS, Angstzustände oder Schizophrenie auslösen.

Mehr dazu: Ein Glas Wein trotz Schwangerschaft?

Nach der Geburt ist es zu spät

Es hilft nichts, wenn die Mutter sich nach der Geburt fettarm und gesund ernährt. "Diese pathologischen Modifikationen innerhalb der Epigenetik von Nervenzellen sind nicht so einfach umzukehren", erklärt Studienleiter Tibor Harkany, Leiter der Abteilung für Molekulare Neurobiologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien. Die Studie basiert zwar auf Tiermodellen, allerdings konnten bereits andere Studien diese schädlichen Effekte nachweisen. Um Schäden doch ausgleichen zu können, braucht es Therapien und Wirkstoffe, die direkt auf die DNA wirken, das ist jedoch noch Zukunftsmusik.

Omega-6-Fettsäuren stecken vorwiegend in Pflanzenölen, Margarine, Walnuss, Paranuss oder Rindfleisch. Um sich gesund und ausgewogen zu ernähren sollte auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 geachtet werden. Auf Fast Food und Fertiggerichte sollten Schwangere möglichst verzichten.

Mehr dazu: 7 Anzeichen für Omega-3-Mangel

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.