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Sorry, Eltern: Pubertät dauert vier Jahre länger

An der Schwelle zum Erwachsenwerden spielt das Leben verrückt. Das ist nicht nur anstrengend für Kinder und Eltern – es dauert auch immer länger!

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Teenager
Melissa Askew / Unsplash

Pubertät ist bekanntlich, wenn die Eltern schwierig werden. Das war schon immer so. Wann diese Phase jedoch im Laufe eines Kinderlebens eintritt, unterliegt dem gesellschaftlichen Wandel, der individuellen Entwicklung und äußerlichen Anreizen. Kinder mit früh entwickelten Freunden fangen früher an, sich pubertär zu verhalten.

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Studie: Pubertät um vier Jahre verlängert

Galten früher Jahre zwischen 13 und 18 als Zeit des jugendlichen Sturm- und Drangs, so geht man heute davon aus, dass die Pubertät bereits mit 11 Jahren beginnt und – schlechte Nachricht für alle Eltern! – erst mit etwa 20 Jahren abgeschlossen ist. Das liegt einerseits an dem früheren Einsetzen der psychosexuellen Reife, andererseits daran, dass Kinder länger bei ihren Eltern wohnen. Durch die höheren Mietpreise und das Studieren dauert der emotionale und finanzielle Abnabelungsprozess länger.

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Identitätsfindung ist oft Rebellion gegen die Eltern

"Widerstand gegen die Eltern ist ein Zeichen, dass alles in Ordnung ist – weil Jugendliche Autonomie entwickeln und dabei das bisherige Wertesystem hinterfragen müssen", so Erziehungswissenschafterin Sandra Wiesinger. Wichtig sei für die Eltern, die eigenen Werte konsequent vorzuleben und damit als "Reibebaum" zu dienen. Ebenso wichtig: Klare Grenzen setzen (auch wenn diese Widerstand hervorrufen), in gutem Kontakt bleiben und das Gespräch suchen.

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Loslassen, aber nicht fallenlassen

"Eltern sorgen sich, mit wem ihr Kind im Auto unterwegs ist, was sich in seiner WhatsApp-Gruppe abspielt oder ob es beim Fortgehen K.O.-Tropfen verabreicht bekommen könnte", so Mag. Barbara Lanzerstorfer-Holzner, Projektleiterin des Elterntelefons (Notruf 142)

Die Pubertät als Zeit der Ablösung und Selbstfindung sei für die Kinder ein wichtiger Schritt, mache aber den Eltern häufig Angst und werde oft als Abweisung, manchmal sogar als Liebesentzug gedeutet. Der Tipp von Lanzerstorfer-Holzner: "Loslassen, aber nicht fallenlassen! Es ist wichtig, dass sich Eltern in dieser Phase wieder auf das eigene Leben, die Partnerschaft besinnen und ihr Lebensglück nicht an den Kindern festmachen."

Mehr dazu auf netdoktor.at: "Männliche Pubertät"

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