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Mein Pulli misst meinen Puls

Forscher stellen waschmaschinenfeste Sensoren vor, die in die Kleidung eingenäht Blutdruck und Puls überwachen können.

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Sensor in Pulli misst Puls
Tarzhanova / iStock

Eine neue Errungenschaft könnte in Zukunft eine Erleichterung für Menschen mit Bluthochdruck oder anderen Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System bedeuten: Wissenschafter aus den USA entwickelten einen sogenannten RFID-Chip, der in die Kleidung eingenäht und einfach in der Maschine mitgewaschen werden kann.

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Neues Verfahren in den Kinderschuhen

Das Device überwacht den Blutdruck oder den Puls des Trägers, was vor allem in Gesundheitseinrichtungen helfen könnte: Der Chip könnte beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeheimen eingesetzt werden.

Zusätzlich zu der gechipten Kleidung bräuchte es noch Antennen in den einzelnen Zimmern. Die RFID-Chips funken die Werte dann an einen Computer. Auf diese Weise können die Vitalfunktionen mehrerer Personen gleichzeitig überprüft werden.

So funktioniert die Messung:

  • Wird der Chip in die Brusttasche genäht, kann die Atemfrequenz erfasst werden.
  • Das ermöglicht auch, die Bewegungen des Herzens nachzuverfolgen.
  • Ein Chip am Handgelenk (z.B. in die Manschette genäht) misst den Puls.
  • Brust- und Handgelenkschip können zusammen den Blutdruck ungefähr bestimmen.

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Pro und Contra Chip-Überwachung

Die Prüfung von Puls und anderen Vitalparametern mit einem Chip im Pulli geht mit einigen Vor- und Nachteilen einher:

 

Das spricht FÜR den RFID-Chip Das spricht GEGEN den RFID-Chip
komfortabler als z.B. tragbare Blutdruckmessgeräte mögliche Probleme mit dem Datenschutz
schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein Betroffene müssen über die Überwachung ihrer Werte ausführlich aufgeklärt werden
unauffälliges Device ohne Einwilligung dürfen die Daten nicht erhoben und gespeichert werden
vergleichsweise kostengünstig Zuverlässigkeit der Messwerte noch unklar

 

Bislang wurde der Chip im Pulli nur an einzelnen Probanden auf seine Funktionsweise getestet. Große klinische Studien sind bislang noch ausständig. Trotz aller potentieller Probleme und Mankos, bieten RFID-Chips – sofern noch mehr Zeit und Geld in die Entwicklung gesteckt wird – eine Menge Möglichkeiten. So könnten sie in Bordcomputern von Autos eingebracht erkennen, wie angespannt bzw. müde der Fahrer ist. Unfälle könnten so möglicherweise verhindert werden.

Das originale Paper im Fachjournal Natur Elelctronics finden Sie hier.

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