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Radon ist Lungenkrebs-Auslöser Nr. 2

Neue Messungen in Salzburg machen auf erhöhte Radon-Werte aufmerksam. Wie gesundheitsgefährdend ist Radon und wie kann ich mich schützen?

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Radonbelastung in Häusern
Francesco Scatena / iStock

In Salzburg machte kürzlich eine groß angelegte Studie auf die erhöhten Radon-Werte in Wohnungen und Häusern aufmerksam. Auch die restlichen Bundesländer oder Teile Deutschlands sind von einer erhöhten Radonkonzentration betroffen. Was ist Radon, wie ungesund ist es und wie kann ich mich schützen?

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Was ist Radon?

  • Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas.
  • Uran ist in fast allen Böden vorhanden, daher wird auch fast überall Radon freigesetzt.
  • Es entsteht über Zwischenprodukte durch radioaktiven Zerfall aus Uran.
  • Radon wiederum wandelt sich durch Zerfall in radioaktive Elemente um; es entstehen die radioaktiven Feststoffe Polonium, Wismut und Blei.
  • Es befindet sich im Boden, in Gestein oder in Baumaterial.
  • Radon ist geruchlos, geschmacklos und unsichtbar.
  • Entweicht es als Gas aus Rissen und Spalten, vermischt es sich mit der Umgebung.

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Gesundheitsrisiko Radon

Radon gelangt durch Einatmen in den Körper, wird aber durch die Ausatmung wieder ausgestoßen. In den Atemwegen bleiben jedoch die radioaktiven Feststoffe hängen und geben über längere Zeit Strahlung ab. Dadurch werden die oberen Zellschichten der Lungenbläschen geschädigt, was wiederum Lungenkrebs auslösen kann.

  • Studien haben gezeigt, dass das Rauchen zwar in über 80% der Fälle Auslöser für Lungenkrebs ist.
  • Radon jedoch steht mit rund 10% an zweiter Stelle.
  • 250 Menschen sterben jährlich an durch Radon verursachten Lungenkrebs.
  • Weil Nikotin die Lunge sehr belastet, sind Raucher, die Radon ausgesetzt sind, einer 25-mal höheren Belastung ausgesetzt als Nichtraucher.

Im Freien verdünnt sich das Gas mit der Luft und es besteht keine Gesundheitsgefahr. Entweicht es allerdings im Gebäude, kann sich eine gesundheitlich bedenkliche Radonkonzentration bilden. Ein Gesundheitsrisiko besteht dann, wenn man längerfristig einer erhöhten Radonkonzentration ausgesetzt ist.

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Gesundheit durch Radon?

Diverse Kurorte, wie etwa der Gasteiner Heilstollen, sind für ihre therapeutischen Maßnahmen mit Radonanwendungen bekannt. Durch eine Radonkur sollen etwa rheumatische Erkrankungen und Arthrose gelindert werden. Zu den positiven Auswirkungen zählen

  • Schmerzlinderung
  • niedrigere Dosis von Medikamenten
  • Vermeidung von Nebenwirkungen durch Einnahme der Medikamente

Dabei muss individuell abgewogen werden, ob der Patient sich einem erhöhten Lungenkrebsrisiko aussetzen sollte.

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Ist ein Schutz vor Radon möglich?

  • Informieren: Auf der interaktiven AGES-Radonkarte können Sie Ihren Wohnort eingeben und die Radonkonzentration überprüfen. Beachten Sie, dass das Radonpotenzial für eine Region gilt und nicht das einzelne Gebäude.
    Bei Radonpotenzialklasse 1 gilt eine Gefährdung als relativ unwahrscheinlich; Messungen in Wohnungen mit Erdkontakt oder bei Neubauten werden empfohlen.
    Bei Radonpotenzialklasse 2 sollten Messungen in bestehenden Gebäuden durchgeführt werden, ebenso bei Wohnungen mit Erdkontakt und bei Neubauten.
    Radonpotenzialklasse 3 bezeichnet Gebiete mit dem höchsten Radonpotenzial. Radonmessungen werden unbedingt empfohlen.
  • Messen: In öffentlichen Gebäuden sind regelmäßige Messungen vorgeschrieben, aber auch in privaten Haushalten sollten sie durchgeführt werden. Lassen Sie die Radonkonzentration bestimmen. Nach einer Radonsanierung sollte alle 5 bis 10 Jahre eine Kontrolle durchgeführt werden.
  • Handeln: Liegt eine erhöhte Radonkonzentration vor, hilft es akut, den Keller oder den betreffenden Raum gut zu lüften. In weiterer Folge sollte eine professionelle Radonsanierung durchgeführt werden. Auch der Einbau einer Lüftungsanlage kann helfen. Lassen Sie sich am besten von Fachleuten beraten, welche Möglichkeiten in Frage kommen.
  • Vorsorgen: Beabsichtigen Sie, ein Haus zu kaufen oder zu bauen, sollten Sie vorab Bodengasuntersuchungen durchführen lassen.

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