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Shisha-Rauchen mit tödlichem Ausgang?

Durch das Rauchen von Shishas in schlecht belüfteten Räumen kommt es immer wieder zu gefährlichen Vergiftungen mit Kohlenmonoxid.

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Shishas sind gefährlich
GCShutter / iStock

Es hat etwas Verbotenes, aber doch auch Harmloses: Shisha-Rauchen. Vor allem Jugendliche blasen sich den fruchtigen Rauch um die Ohren, dass dabei etwas passieren kann, wissen die wenigsten. In letzter Zeit landen immer mehr junge Menschen nach dem Shisha-Genuss in der Notaufnahme, weil sie die Wasserpfeife in Räumen mit zu geringer Luftzufuhr konsumiert haben.

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Vergiftungen nehmen zu

Ärzte des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) gaben kürzlich eine Meldung heraus, um vor unsachgemäßem Shisha-Gebrauch zu warnen: Während im Jahr 2015 nur ein Patient mit einer Kohlenmonoxidvergiftung eingeliefert wurde, zählen die Mediziner heuer schon 40 solcher Patienten, die sich durch die Wasserpfeife in eine lebensbedrohliche Situation gebracht haben.

Gefahr durch Kohlenmonoxid

Beim Shisha-Rauchen wird eine sogenannte Wasserpfeifenkohle verbrannt. Wie bei jedem Verbrennungsprozess entsteht Kohlenmonoxid (CO), bei zu wenig Sauerstoffzufuhr reichert sich das geruchlose Gift in der Atemluft an. Das Kohlenmonoxid dringt in die roten Blutkörperchen ein und blockiert dort die Aufnahme von Sauerstoff. Es kommt rasch zu schweren Vergiftungssymptomen:

Schon bei leichten Anzeichen einer Kohlenmonoxidvergiftung muss sofort gehandelt werden, da vor allem bei hohen CO-Konzentrationen akute Lebensgefahr besteht. Am häufigsten passieren solche Unfälle durch Brände, defekte Gasthermen oder durch Zier- und Heizkamine, aber auch die Shisha kann eine CO-Quelle sein. Vor allem wenn die Shisha sehr schnell und ohne Absetzen in einem stickigen Raum geraucht wird, besteht die Gefahr einer Vergiftung.

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Was im Notfall tun?

Wenn Sie genannte Anzeichen an sich oder anderen bemerken, öffnen Sie sofort die Fenster, verlassen Sie den Raum und alarmieren Sie Feuerwehr (122) und Rettung (144). Denn schon wenige Atemzüge reichen, um sich eine schwere Vergiftung zuzuziehen.

Die einzige Therapie bei Kohlenmonoxidvergiftung ist der Aufenthalt in einer speziellen Druckkammer, wo Patienten eine sogenannte Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) erhalten. Dabei wird  100 Prozent Sauerstoff mittels Überdruck verabreicht, um das Kohlenmonoxid aus dem Körper zu verdrängen. Je nach Schwere der Vergiftung müssen sich Betroffene zwischen 45 Minuten und sechs Stunden in der Kammer aufhalten.

So wird Shisha-Rauchen risikoärmer

Als Zubehör für normale Shishas wird mittlerweile eine elektrische Heizung des Wasserpfeifenkopfes angeboten. Dabei fällt der sonst übliche Verbrennungsprozess weg und somit auch die potentielle Kohlenmonoxidbelastung.

Ansonsten reicht es normalerweise, die Wasserpfeife in gut gelüfteten Räumen zu rauchen, Pausen zu machen und auf den gleichzeitigen Konsum von Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Prinzipiell gilt Shisha-Rauchen trotzdem als gesundheitsgefährdend, da nur ein Teil der Schadstoffe aus dem Tabak durch das Wasser zurückgehalten werden. Nichtraucher werden so zum Beispiel eher zum Niktotinkonsum verleitet, das Krebsrisiko erhöht sich ebenfalls.

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