Health News

Slime: Warum der Spiel-Schleim schädlich sein kann

Eine unabhängige Plattform hat die Inhaltsstoffe von Schleim zum Spielen getestet und dabei etwas gefunden, das der Gesundheit schaden könnte.

  • Drucken
Slimy zum Spielen
OryGonian / iStock

Er ist ein Relikt aus den 70ern: Slime (bekannteste Marke "Slimy"), ein nutzloser Pfropf grüner Schleim in einer Plastikdose, der Pupsgeräusche macht. Seit geraumer Zeit gibt es den Glibber wieder zu kaufen, der Unterhaltungswert ist nach wie vor Geschmackssache. Problematische ist jedoch, dass manche Produkte gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten.

Mehr dazu: Keime in der Sojamilch? 

Spielschleim mit Nebenwirkungen

Wir waren vielleicht ungerecht, was den Nutzen von Slime angeht:

  • Kinder freuen sich über die lustige Konsistenz und lachen sich über die Pupse aus der Dose scheckig.
  • Erwachsene können den Schleim als eine Art Stressball nutzen (aber bitte nicht im Büro und die Geräusche dann auf den Kollegen schieben).

Die Plattform Which? testete kürzlich 11 verschiedene Schleimprodukte, die meisten sind über Amazon erhältlich. 8 davon überschritten die EU-Sicherheitsgrenzen für Boron, wobei keine Fälle bekannt sind, wo Menschen vom Slime krank geworden sind.

Boron ist eine Chemikalie, die in Borax vorkommt, das wiederum Bestandteil von Waschmitteln oder Kontaklinsenflüssigkeit ist. In hohen Dosen kann Boron die Haut reizen, oral aufgenommen drohen Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Mehr dazu: Fleisch erhöht Demenzrisiko

Nur drei Produkte ohne Mängel

Als die Tester den Versandriesen zu ihren Untersuchungsresultaten befragten, nahm Amazon die acht auffälligen Slime-Produkte aus dem Sortiment. Eine der Proben enthielt 1.400 mg Boron pro kg: Das überschreitet das EU-Limit von 300 mg/kg um mehr als das Vierfache.

Tierversuche zeigen, dass zu viel Boron bzw. Borax zu folgenden Nebenwirkungen führen können:

  • niedriges Geburtsgewicht
  • Geburtsfehler
  • Entwicklungsverzögerungen

Diese Beobachtungen sind laut Experten aber nicht einfach so auf den Menschen übertragbar. Und es ist auch nicht gesichert, dass so etwas nur durch das Hantieren mit Spielschleim passieren kann.

Slime mit Vorsicht genießen

Das Problem ist, dass die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen nur selten vollständig gelistet sind. Eltern können demnach nicht genau nachvollziehen, mit was für einem Chemiecocktail ihre Kinder da spielen.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten sich Kinder nach dem Spielen mit Slime immer die Hände waschen bzw. die Finger nicht in den Mund nehmen.

Mehr dazu: Wie giftig ist die Teflonpfanne?

DIY-Slime ohne Borax

Sie möchten auf den Schleim aus dem Chemielabor verzichten? Dann stellen Sie ihn einfach selbst her:

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.