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Studie: Feinstaub in Plazenta gefunden

Belgische Forscher konnten Rußpartikel im Mutterleib nachweisen.

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Feinstaubbelastung während der Schwangerschaft
SanyaSM / iStock

Straßenstaub, Emissionen von Dieselmotoren, Industrie-Schornsteine oder Heizanlagen in Haushalten – all das verursacht Feinstaub, der die Atemwege belastet. Eine kürzlich veröffentlichte Studie beweist: Luftverschmutzung macht auch vor Ungeborenen nicht Halt. Forschern der belgischen Universität Hasselt gelang es, erstmals Feinstaubpartikel in der Plazenta nachzuweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

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Laser machen Partikel sichtbar

Die Wissenschafter untersuchten nach der Geburt die Plazenten von zehn Müttern, die während der Schwangerschaft einer hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt waren und verglichen die Werte mit jenen von Müttern, die in Wohnorten mit einer geringen Exposition gelebt haben. Mittels einer speziellen Lasertechnologie wurden die Feinstaubpartikel sichtbar gemacht.

Die Hypothesen bestätigten sich:

  • Die Stärke der Luftverschmutzung korrelierte mit der Menge an Rußpartikeln im Wohngebiet der werdenden Mutter.
  • Außerdem untersuchten die Wissenschafter das Plazentagewebe von fünf Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten hatten. Dabei konnten sie bereits ab der zwölften Schwangerschaftswoche Feinstaub feststellen.

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Kein Schutz im Mutterleib

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Ungeborene nicht wie angenommen bedingungslosen Schutz im Mutterleib genießen. Atmet die Mutter Feinstaub ein, durchdringt dieser die Plazentaschranke bis zum Fötus. Bereits 2017 wurde bekannt, dass sich die Feinstaubbelastung negativ auf die Spermienqualität auswirkt und das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen kann. Feinstaub kann zu Asthma, Bronchitis oder einer eingeschränkten Lungenfunktion führen, Gefäßerkrankungen auslösen, das Risiko für Lungenkrebs und einen Herzinfarkt erhöhen.

Studienautor Tim Nawrot gibt zu bedenken, dass die Zeit im Mutterleib die empfindlichste Zeit im Leben ist, in der sich die Organe entwickeln. Damit dies im gesunden Rahmen geschehen kann, müsse die Belastung unbedingt drastisch reduziert werden.

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Wie kann ich mich & mein Baby schützen?

Was können Menschen tun, um sich vor einer hohen Feinstaubbelastung zu schützen?

  • Weitgehend auf das Auto verzichten.
  • Mit dem Zug verreisen statt mit dem Flugzeug.
  • Nicht rauchen und Passivrauchen vermeiden.
  • Staubwischen mit feuchtem Tuch.
  • Als Fußgänger und Radfahrer stark befahrene Straßen meiden.
  • Wohnung nur zu verkehrsberuhigten Zeiten durchlüften.

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