News

Studie: Haben Frauen ein ausgeprägteres Gedächtnis als Männer?

Forscher entdeckten, dass sich Frauen besser an vergangene Geschehnisse erinnern können. Männer punkten dafür mit räumlichem Denken.

  • Drucken
Haben Frauen ein besseres Gedächtnis als Männer?
Bobex-73 / iStock

"Ich hab's dir doch gesagt", diesen Spruch kennen wohl viele Männer von ihren Partnerinnen. Wenn der Liebste mal wieder das Hochezeitsdatum oder den Geburtstag des Kindes vergessen hat, führt das schon mal zum Streit. Doch ist es wirklich wahr, dass sich Frauen bestimmte Ereignisse und Fakten besser merken als Männer? Diese Frage stellten sich auch schwedische Forscher, die in ihrer neuen Studie überraschende Entdeckungen machten.

Mehr dazu: So halten Sie Ihr Gedächtnis fit: 5 Tipps

Langzeitstudien analysiert

Die Wissenschafter des Karolinska Insituts in Stockholm analysierten 617 Gedächtnisstudien, die zwischen 1973 und 2013 mit mehr als 1,2 Millionen Probanden durchgeführt wurden. Die Studien sollten aufdecken, ob sich Männer tatsächlich schlechter an bestimmte Ereignisse erinnern können als Frauen. Um das herauszufinden, wurden die Probanden zu Situationen wie

  • das erste Kennenlernen der Partner,
  • welche Person zuletzt etwas gesagt hat
  • oder wo ein fehlender Gegenstand zuletzt gesehen wurde,

befragt.

Mehr dazu: Ego-Shooter töten Gehirnzellen

Frauen erinnern sich besser

Dabei wurde deutlich, dass Frauen sich offensichtlich viel besser an vergangene Ereignisse erinnern können. Obwohl Männer in Situationen, in denen die räumlich-bildliche Intelligenz gefragt ist, begabter sind (z.B.: den Weg zum Auto zurückfinden), weisen Frauen ein ausgeprägteres episodisches Gedächtnis auf.

Das episodische Gedächtnis ist ein Teil des Langzeitgedächtnisses und umfasst die Fähigkeit sich an Ereignisse, wie z.B. was man letzte Woche gemacht hat oder ob man seine Medikamente heute Morgen eingenommen hat, zu erinnern. Dieser Teil des Gedächtnisses wird besonders häufig durch Schlafmangel, Depressionen und mit zunehmendem Alter beeinträchtigt.

Mehr dazu: Raus aus dem Overthinking

Frauen merken sich besser Gesichter, Männer eher Orte

"Die Ergebnisse zeigen, dass es einen leichten weiblichen Vorteil im episodischen Gedächtnis gibt und dieser Vorteil variiert je nachdem, welche Materialien man sich merken muss", sagt Studienleiter Martin Asperholm.

  • Die Studienautoren erklären, dass Frauen sich Dinge leichter merken können, wenn verbale Prozesse an der Gedächtnisbildung beteiligt sind. Dazu gehören Erinnerungen an Wörter, Texte, Objekte, Orte von Gegenständen und Filme. Frauen sind auch begabter darin, sich an Gesichter oder Gerüche zu erinnern.
  • Männer hingegen können sich besser an Räume, Orte oder an abstrakte Bilder erinnern.

Die Wissenschafter kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Mega-Studie neue Fragen aufwerfen. In zukünftigen Forschungen möchten sie herausfinden, wie sich Männer und Frauen an verschiedene Aspekte des Lebens erinnern.

Wenn Sie "Ich hab's dir gesagt" von Frauen hören, oder "Das ist der richtige Weg" von Männern, dann sollten Sie der jeweiligen Person Glauben schenken. Die Frauen der Schöpfung können, wie Ärztin Elliot aus der Hit-Sitcom Scrubs, noch ein Tänzchen dazu einlegen: 

Mehr dazu: Negativ denken? Schluss damit!

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.