Psychische Gesundheit

Studie: Zu real & zu fake? Darum hagelt es permanent Kritik für Influencer

Ihre Transparenz ist ihr Kapital und zugleich der Grund, warum Follower die Instagram-Sternchen ständig an den Pranger stellen.

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Influencer müssen permanent Kritik einstecken.
Oleksandra Troian / iStock

Leben und leben lassen? Nicht auf Instagram! Eine aktuelle Studie ergab nun, dass Influencer es ihrer Follower-Gemeinschaft nicht recht machen können. Dabei ist es für Follower übrigens egal, welche Absichten man verfolgt: Influencer werden ohnehin nur in die Schublade "too real" oder "too fake" gesteckt.  Doch wie wirkt sich die ständige Rolle des Richters auf die Opfer aus? Eine Befragung sollte darüber Aufschluss geben.

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Leben im Influencer-Glashaus

"Es herrscht eine ziemlich lebendige Community vor, die Stunden damit verbringen, die Aktivitäten von Influencern zu überwachen und zu kritisieren – und zwar auf eine Art und Weise, die stark geschlechtsspezifisch ist." erklärt Brooke Erin Duffy, Co-Autor der Studie.

  • Für die Befragung wurden ausschließlich weibliche Influencer herangezogen, wobei alle 25 Teilnehmerinnen ihren Content vorwiegend zensiert gestalten. Der Grund? Sie wollen nicht erneut Kritik von Menschen ernten, die sie anonym bewerten.
  • Gerade bei privaten Informationen scheint die Aufregung und Teilnahme der Follower besonders groß zu sein.
  • Auch wenn ein Posting nur kleine Wellen in Form von einzelnen Kommentaren schlägt, kommt der resultierende Hass als Flut zurück in die Inbox der Influencer. Die einzige logische Konsequenz wäre demnach den Account kurzerhand zu löschen – doch was machen die vielen Kritiker dann im leeren Feed?

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Kreuzfeuer vor der Kamera

Sie sind ständig auf Reisen, machen nichts außer auf der faulen Haut zu liegen und sollen doch endlich damit anfangen einen anständigen Beruf auszuüben. Der Job als Influencer mag vielleicht wie das Paradies auf Erden erscheinen, jedoch liegt die Kehrseite des Traumberufs auf der Hand: Mit ihm geht das Leben im Glashaus einher, Transparenz und Kritik sind zu Voraussetzungen geworden. Jede Entscheidung wird hinterfragt als ob die Follower-Gemeinde ein Stimmrecht am Leben des anderen hätte.

Es ist eine No-Win-Situation für beide Parteien. Entweder rücken sich Influencer mithilfe von Photoshop & Co in ein zu schönes, falsches Licht oder sie müssen aufgrund von unverarbeiteten, zurückhaltenden Fotos Beleidigungen über sich ergehen lassen. Wer sich der Social-Media-Welt präsentiert ist dem Minenfeld schutzlos ausgeliefert und obendrein noch abhängig davon. Denn wenngleich Content zu erstellen wie ein Kinderspiel aussieht, müssen auch Influencer ihre Rechnungen bezahlen.

Im unten abgebildeten Video zeigt die Bloggerin Em Ford, warum Hass im Netz eine so zentrale Problematik einnimmt:


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Kindness is key!

Natürlich nimmt mit der steigenden Followerzahl auch die Verantwortung der Instagram-Sternchen zu. Immerhin nehmen sie als Opinionleader der meist noch jungen Zuschauer eine wichtige Rolle ein. Jedoch scheint es so, als ob Influencer einem derartig unerreichbaren Ideal gerecht werden müssen, auferlegt von unzähligen verschiedenen Meinungen. Ob die User dem selbst inszenierten Rollenbild gerecht werden können, ist im Web nicht von Bedeutung. Vor allem der Mangel an Richtlinien soll demnach laut der Studie eine maßgebliche Lücke in den sozialen Medien darstellen.

Doch auch wir als User können versuchen, uns selbst an der Nase zu nehmen und mehr Güte und Nachsicht anstatt Kritik und Hass zu versprühen. Jeder hat das Recht sich selbst und sein Leben nach seinen eigenen Wünschen auszuleben. Sollten uns die Vorstellungen unserer Mitmenschen nicht gefallen, können diese gut ohne Kritik von Dritten leben. Die Devise lautet also: Sollte man nichts Nettes zu sagen haben, behält man seine Meinung am besten ganz für sich.

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