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Studie: Besonders viel Mikroplastik in Teebeutel gefunden

Eine neue Studie zeigt, dass eine bestimmte Teebeutel-Sorte besonders viel Kunststoff abgibt.

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Eine neue Studie zeigt, dass sogar in Teebeutel Mikroplastik enthalten ist.
Alexthq / iStock

Eine Tasse Tee beruhigt unsere Nerven und ist besonders wohltuend bei Erkältungen oder Bauchschmerzen. Doch wer seinen Teegenuss nicht ruinieren möchte, sollte in Zukunft auf die Zusammensetzung seiner Teebeutel achten. Der Grund: Forscher entdeckten, dass in den Beuteln vermehrt Mikroplastik zu finden ist. Die Studie wurde im Fachmagazin Enviromental Science & Technology veröffentlicht.

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Milliarden Teile an Mikroplastik

Kanadische Wissenschafter der Universitiy of Montreal entdeckten 16 Mikrogramm Kunststoff in nur einer Tasse Tee. Die Milliarden Teile an Mikro- und Nanoplastik geraten durch die Teebeutel in das heiße Wasser.

  • Im Vergleich zu Kanada werden hierzulande die Teesorten in Papierbeutel abgepackt, doch besonders Premium-Marken verlassen sich auf Kunststoffbeutel in Dreiecksform, die aus PET, Nylon oder Polyactid bestehen. Diese sollen das Aroma des Tees besser entfalten – doch gleichzeitig auch Unmengen an Mikroplastik in das Trinkwasser abgeben.
  • Für die Untersuchung schnitten die Wissenschafter vier verschiedene Teesorten in Kunststoffbeuteln auf. Daraufhin leerten und reinigten sie die Behälter, um bereits vorhandene Plastikteilchen zu entfernen. Anschließend wurde der Beutel für fünf bis zehn Minuten in 95 Grad heißes Wasser gehalten.

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Erschreckende Ergebnisse

Mit einem Elektronenmikroskop untersuchten die Forscher das Wasser und fanden darin durchschnittlich 1,6 Milliarden Mikroplastik-Partikel und 3,1 Milliarden Nanoplastik-Partikel. Zusammengerechnet ergibt das 16 Mikrogramm Kunststoff – wesentlich mehr als bei bisher gemessenen Werten in anderen Lebensmitteln. Die Forscher denken, dass sich durch die hohe Wassertemperatur besonders viel Mikroplastik aus den Beuteln löst.

  • Kritiker sind jedoch der Meinung, dass die Forscher durch das Aufschneiden der Beutel den Plastikanteil erhöhten. Zudem wurde die Untersuchung nicht auf einer sterilen Werkbank durchgeführt. Dadurch könnten auch Mikroplastikpartikel aus der Luft (z.B. Hausstaub) zu den untersuchten Stoffen gelangen sein.
  • Die kanadischen Wissenschafter gaben in ihrer Studie jedoch bekannt, dass es bei Kontrollexperimenten mit geschlossenen Teebeuteln ebenfalls zur Freisetzung von Plastikteilchen kam.

Auf der sicheren Seite mit losem Tee

Obwohl man den Studienergebnissen skeptisch gegenübersteht, sollte man nicht vergessen, dass gerade beim Teegenuss der Plastikverzicht nicht unmöglich ist:

  • Besonders Bio-Tees achten auf eine plastikfreie und abbaubare Verpackung. Wichtig: Zweikammerbeutel können einen geringen Plastikanteil beinhalten, schnurlose Beutel an der Klebenaht.
  • Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, greift am besten zu losem Tee. Dieser spart an Verpackung und kann in wiederverwendbaren Teefiltern bequem angewendet werden.

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