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Haben Scheidungskinder ein erhöhtes Risiko für Übergewicht?

Die Scheidung ist das eine – doch was viele Eltern nicht bedenken, sind die nachfolgenden Konsequenzen für die eigenen Kinder. Laut einer aktuellen Studie haben Scheidungskinder ein erhöhtes Risiko, dick zu werden.

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Scheidungskinder neigen zu Übergewicht
skynesher / iStock

Wer behauptet, der erste Herzschmerz ereilt einen erst in der Pubertät, hatte vermutlich das "Glück", kein Scheidungskind zu sein. Es ist der Albtraum jedes Kindes und gehört doch zur Normalität in der heutigen Zeit. Forscher kamen nun zu dem Ergebnis, dass Kinder nicht nur psychisch mit einer Scheidung zu kämpfen haben, sondern dass sich die Trennung der Eltern auch auf ihr Gewicht auswirkt.

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Scheidungskinder neigen zu Übergewicht

Forscher der London School of Economics and Political Science beobachteten 7574 Kinder im Alter von 9 Monaten bis 11 Jahren. 1573 Kinder waren dabei von einer Trennung der Eltern betroffen.

Dabei wurden folgende Aspekte näher untersucht:

  • BMI der Kinder vor und nach der Scheidung sowie Alter und Geschlecht
  • kognitive Fähigkeiten
  • schulischer Erfolg
  • emotionales Wohlbefinden

Das Ergebnis: Kinder, die eine Trennung durchleben mussten, waren eher von Übergewicht betroffen als jene, die in einem stabilen Umfeld aufgewachsen sind. Vor allem zwei bis drei Jahre nach Auflösen der Ehe zeigte sich eine deutliche Steigerung des Gewichts. Die persönliche, aber auch schulische Entwicklung blieb bei den Kindern auf der Strecke.

Mehr dazu: Was tun bei einem übergewichtigen Kind?

Schwere Zeiten, schwere Maßnahmen?

Die Ursachen für die Auswirkungen nach einer Trennung sind vielseitig. Entscheiden sich zwei Menschen dafür, getrennte Wege zu gehen, ist ein Neuanfang die logische Schlussfolgerung. Dieser gestaltet sich zwar anfangs schwer, doch mit der Zeit kommen die meisten Eltern gut mit der neuen Situation im Leben zurecht. Doch wie wirkt sich das auf ein Kind aus?

  • Oft halten Kinder noch am alten, zurückgelassenen Leben fest und wissen nicht, wie sie die neue Situation einordnen sollen. Stress, Angst und Trauer sind dabei nur einige Begleiterscheinungen, mit denen junge Menschen fertig werden müssen.
  • Leben Eltern in getrennten Haushalten, können sie meist für längere Zeit nicht auf die Unterstützung eines Partners zählen. Trotz Unterhalt steht ihnen dadurch weniger Geld zur Verfügung. Dies hat mehr Arbeit und weniger Zeit für die Kinder zur Folge.
  • Frisch zubereitetes Essen und sportliche Aktivitäten haben meist keinen Platz mehr im Alltag, sodass der Nachwuchs auf ungesunde Alternativen umsteigen muss.

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So können Sie Ihr Kind unterstützen

Diese Tipps helfen Ihrer Familie eine Scheidung zu bewältigen:

  • Ganz oben auf der Liste: Ihr Kind sollte nie zwischen den Fronten stehen müssen. Sollte ein Rosenkrieg ausbrechen, ist es wichtig, dass sich dieser nur zwischen Ihrem Ex-Partner und Ihnen abspielt. Alles andere wäre bloß eine zusätzliche Belastung für das Kind, was ohnehin nichts dafür kann.
  • Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, was gerade in Ihrem Leben geschieht und vor allem wie es Ihrem Kind dabei geht. Nur so ist es möglich, das Geschehene auf gesunde Art zu verarbeiten. Dabei ist Kommunikation das A und O. So können Sie gezielt vorbeugen, dass der Frust Ihres Nachwuchs in Fressattacken endet.
  • Nutzen Sie die Gelegenheit, um Zeit mit Ihren Liebsten zu verbringen. Ob ein Spaziergang zum Spielplatz oder ein Kochabend mit der Familie – versuchen Sie eine gesunde Routine in den Alltag einzubinden. Dabei fördern Sie nicht nur das Wohlbefinden, sondern festigen damit auch Ihre Beziehung zu den Kindern.

Mehr dazu: Tipps für entspannte Kinder

Eine Scheidung ist schmerzhaft für alle Beteiligten. Es ist völlig normal, dass Eltern dabei oft die Kraft fehlt, den Schein der heilen Welt aufrecht zu erhalten. Hat man jedoch den schwierigen Part hinter sich gelassen, ist es notwendig, sich bewusst mehr mit dem Kind und seinen emotionalen Problemen auseinanderzusetzen. Nur so ist es für den Nachwuchs möglich, eine gesunde Beziehung zu seinem Umfeld, aber auch zu sich selbst aufzubauen.

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