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Studie warnt vor zu viel Zucker in Milchprodukten

Milch macht uns fit, stark und übergewichtig? Laut einer neuen Studie sind viele Milchprodukte ungesunde Zuckerfallen.

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Zu viel Zucker in Milchprodukten fördert Übergewicht.
sergeyryzhov / iStock

Wer viel Milch trinkt hat starke Knochen und nimmt so eine extra Portion Kalzium auf. Milchprodukte sind ein fixer Bestandteil unserer Esskultur, doch nicht immer die gesündesten Vitamin- und Nährstofflieferanten. Laut einer neuen Langzeitstudie des Vorsorgeinstituts SIPCAN sind Molke, Joghurt und Co richtige Zuckerfallen.

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Milchliste als Orientierungshilfe

2,3 Millionen erwachsene Österreicher sind übergewichtig – Tendenz steigend.  Kein Wunder, denn achtet man beim Kauf auf die Nährwerttabelle von verschiedenen Milchprodukten, finden sich unglaublich hohe Zuckerwerte in den vermeintlich "gesunden" Lebensmitteln. Seit 2012 untersucht der Internist und Studienleiter Friedrich Hoppichler den Zuckergehalt in Milchprodukten zum Löffeln und Trinken. In der aktuellen Langzeitstudie entdeckten er und sein Team erstaunliche Ergebnisse.

  • So beinhaltet zum Beispiel ein Becher mit 250 Gramm Vanillejoghurt 45 Gramm Zucker, 500 Milliliter Fruchtmolke sogar 50 Gramm.
  • 1200 Produkte wurden für die aktuelle Untersuchung getestet und in der SIPCAN-Milchliste veröffentlicht. So soll es den Verbrauchern möglich sein, die verschiedenen Produkte miteinander zu vergleichen und den Zucker im Auge zu behalten.
  • Zusätzlich entwickelten die Experten auf der Basis der Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und sämtlichen Ministerien einen klaren Zucker-Orientierungswert, der als Hilfestellung bei der Produktauswahl dienen soll.
  • Diese lauten: In 100 Milliliter oder Gramm eines Milchprodukts dürfen maximal 12 Gramm Zucker enthalten sein. Süßstoffe sollten generell vermieden werden.

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Zuckergehalt in Produkten sinkt

Das Vorsorgeinstitut SIPCAN setzt sich seit acht Jahren dafür ein, den Zuckergehalt in Milchprodukten zu senken. Dabei konnten sie schon einige Erfolge erzielen:

  • Seit 2012 ist der durchschnittliche Zuckergehalt um 12,2 Prozent gesunken und liegt nun bei 12,37 Gramm (pro 100 Gramm/Milligramm).
  • Obwohl vor sieben Jahren nur 16 Prozent aller untersuchten Milchprodukte die SIPCAN-Vorgaben erfüllten, sind heute bereits 39,9 Prozent aller Produkte im vorgegebenen Rahmen.

"Dies heißt im Umkehrschluss aber auch, dass immer noch 6 von 10 Produkten die Zielvorgaben nicht erfüllen. Vor allem bei Milchprodukten zum Löffeln wie z.B. Joghurts liegt der durchschnittliche Gesamtzuckergehalt noch bei beachtlichen 12,84 g pro 100 ml/g", mahnt Hoppichler.

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Süßstoff ist weiterhin problematisch

Süßstoffhaltige Produkte im Milchregal sind von 15,2 Prozent auf 6,3 Prozent gesunken. Dennoch ist bis heute jedes sechste Milchprodukt zum Trinken (z.B.: Molke, Trinkjoghurt) mit Süßstoffen versetzt.

"(…) Konsumenten brauchen Orientierung, um zu wissen, welches Getränk für sie gesund beziehungsweise zumindest vertretbar verträglich ist. Mit Süßstoffen gesüßte Milchprodukte mogeln – als kalorienreduziert und 'light' markiert – gesunden Konsum vor, die Gesamtsüße bleibt durch die Süßstoffe aber hoch", erklärt die Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft Alexandra Kautzky-Willer und weist darauf hin, dass Süßstoffe alles andere als unbedenklich sind.

Um einen gesunden Milchkonsum zu gewährleisten, sollten (laut bisherigen Empfehlungen) täglich drei Portionen Milch(-produkte) von etwa 500 Gramm konsumiert werden:

  • Eine Portion wären ein Glas Milch oder ein Becher Joghurt zu 200 Milliliter.
  • Der aktuelle Ernährungsbericht legt jedoch nahe, dass der durchschnittliche Verzehr von 268 Gramm Milchprodukten bei Frauen und 310 Gramm bei Männern diese Vorgaben klar verfehlt.

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