Health News

Warum wir zuhause am liebsten auf die Toilette gehen

Sie leiden im Urlaub tagelang an Verstopfung und können auf öffentlichen Toiletten erst recht nicht das "große Geschäft" verrichten? Dann könnte der Grund dafür sehr einfach sein: Sie sind ein Heimsch***er.

  • Drucken
Wissenschafter erkannten, warum wir in unserer eigenen Toilette am liebsten unser Geschäft verrichten.
Demkat / iStock

Ist es nicht total verblüffend, wie unsere Verdauung funktioniert? Besonders, wenn wir nach einer langen Reise endlich wieder nach Hause kommen und uns sofort aufs stille Örtchen verziehen: Denn das "große Geschäft" klappt in den eigenen vier Wänden einfach am besten. Doch warum ist das eigentlich so? Ein amerikanischer Forscher erklärt das Phänomen der Liebe zur "Heimtoilette".

Mehr dazu: Machen öffentliche Toiletten krank?

Vertraute Umgebung

Psychologieprofessor Nick Haslam der University of Melbourne kennt den Grund für dieses Verhalten und erklärt es in der amerikanischen Zeitschrift The Atlantic so: "Die meisten Personen fühlen sich in privaten und vertrauten Umgebungen sicherer." Das bezieht sich sogar auf unseren Klogang, sprich: In unserem Zuhause wird uns signalisiert, dass wir uns psychisch und physisch vollkommen entspannen können.

Deshalb leiden viele Personen unter Verstopfung im Urlaub, da sie es nicht gewöhnt sind, auf einer fremden Toilette ihr Geschäft zu verrichten. Auch die veränderte Ernährungsweise und mögliche unbekannte Bakterien können die Darmgesundheit beeinflussen.

Die "Erleichterung", die nach der Ankunft im vertrauten Heim eintritt, ist mit dem Pawlow'schen Syndrom vergleichbar. Der russische Psychologe Iwan Pawlow läutete regelmäßig eine Glocke bevor er seine Laborhunde fütterte. Dies führte dazu, dass die Vierbeiner auch beim Erklingen der Glocke zu sabbern begannen, obwohl kein Futter in Sicht war. So könnte auch unser "Zuhause-frei-aufs-Klo-geh-Verhalten" erklärt werden.

Mehr dazu: Toilettenpapier aus Stoff als Öko-Hack?

Antrainierte Lieblingstoilette

Haslam erklärt weiter, dass wir auf eine gewisse Art und Weise schon wie die Pawlow-Hunde trainiert sind, da wir uns auf unserer bevorzugten Toilette regelmäßig erleichtern. "Dies führt dazu, dass es sogar ausreicht, sich in der Nähe der Toilette aufzuhalten, um den Entspannungsreflex im Darmtrakt auszulösen. Wir können dadurch loslassen und ohne Beklemmungen unseren Klogang verrichten."

Dies zeigt, was für einen starken Einfluss die Umwelt auf unseren Darm und die Verdauung haben kann, besonders wenn wir sie nicht beeinflussen können. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal in einer fremden Toilette Ihr Geschäft verrichten "müssen": Nicht alle Menschen können sich auf unbekannten Klos voll und ganz entspannen. Ihre Scham ist berechtigt und Sie sind sicherlich nicht alleine mit Ihrem Problem.

Mehr dazu: 5 fermentierte Lebensmittel für den Darm

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.