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Studie: Tripper soll auch durch Küssen übertragbar sein

Gonorrhö ohne Sex?

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Tripper kann auch durch Küssen übertragen werden
Igor-Kardasov / iStock

Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten, so auch vor Tripper (Gonorrhö). Was bereits für Syphilis und Chlamydien bekannt war, soll nun auch für die durch Gonokokken ausgelöste Krankheit gelten. Australische Wissenschafter fanden kürzlich heraus, dass nicht nur Geschlechtsverkehr für eine Übertragung verantwortlich sein könnte, sondern auch ein Zungenkuss.

  • Tripper zählt weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten; laut WHO stecken sich schätzungsweise 78 Millionen Menschen pro Jahr an.
  • Die Krankheit verursacht je nach Verlauf sowohl beim Mann als auch bei der Frau schmerzhafte Entzündungen der Harnwege.
  • Antibiotika-Resistenzen häufen sich in Bezug auf die Tripper-Behandlung.
  • Obwohl Tripper im Normalfall nicht tödlich verläuft, kann eine unbehandelte Infektion eine Gonorrhö-Sepsis auslösen oder gar zu Unfruchtbarkeit führen.

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Studie deutet oralen Übertragungsweg an

Das Forschungsteam rund um den Epidemiologen Eric Chow fokussierte sich in der Studie auf die oropharyngeale Gonorrhö, die den Mund- und Rachenraum betrifft.

Sie befragten 3.677 homo- und bisexuelle Männern im durchschnittlichen Alter von 30 Jahren zu ihrem Sexualleben der vergangenen drei Monate:

  • Küssen ohne Sex
  • Sex ohne Küssen
  • Küssen mit Sex

Anschließend werteten sie die Fragebögen aus.

  • Etwa 6% erkrankten an einer oropharyngealen Gonorrhö,
  • ca. 6% gaben Beschwerden im Analbereich an,
  • rund 3% litten an Gonorrhö im Harntrakt.

Die Wissenschafter stellten einen Zusammenhang zwischen "Nur-Küssen" sowie "Küssen-mit-Sex" und der oropharyngealen Gonorrhö her, aber nicht zwischen jenen, die ausschließlich Sex hatten. Inwieweit Oralverkehr eine Rolle spielt, wurde in der Studie nicht erfasst.

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Wie kann man sich beim Knutschen schützen?

Wie eingangs erwähnt, ist bereits bekannt, dass auch beim Küssen eine Ansteckung von sexuell übertragbaren Infektionen möglich sein kann.

Welche Möglichkeiten gibt es, um sich zu schützen? Während die australischen Wissenschafter antibakterielle Mundspülungen empfehlen, stehen andere Mediziner diesem Vorschlag kritisch gegenüber. Erstens würde dies nichts nützen und zweitens würden Mundspülungen das Mikrobiom im Speichel sowie in der Mundhöhle, was wiederum empfänglicher für Krankheitserreger machen würde.

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