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Starke Fleischreduktion kann Welthunger besiegen

Circa 40 Prozent der Weltbevölkerung sind fehlernährt. Dies wirkt sich besonders negativ auf unsere Gesundheit und die Umwelt aus.

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Forscher entdeckten, dass 43 Gramm Fleisch pro Tag genug sind, um die Welt zu retten.
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Während 820 Millionen Menschen täglich an Hungernot leiden, sind rund 2,2 Milliarden(!) der Weltbevölkerung übergewichtig oder gar fettleibig. In Folge der Erkrankung steigt das Risiko für Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Forscher sind der Meinung, dass in den letzten 50 Jahren große Fortschritte bei der Bekämpfung von Hunger und Armut gab. Jedoch wird dieser durch zu hohen Kalorienkonsum, zu viel Zucker und ungesunde Lebensmitteln wieder in einen Rückstand katapultiert.

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Umweltschonender Speiseplan

Wissenschafter und Ernährungsexperten fordern eine bewusste Ernährungsumstellung für die Weltbevölkerung. Dies lässt sich besonders auf die 11,6 Millionen ernährungsbedingte Todesfälle weltweit zurückführen.

Um dies in Zukunft zu vermeiden, entwickelten Sie einen Speiseplan, der die Gesundheit und Umwelt schonen soll. So darf pro Tag nur eine gewisse Menge gegessen werden:

  • 7 Gramm Schweinefleisch, 7 Gramm Lamm- oder Rindfleisch. Das entspricht in etwa einem halben Fleischbällchen.
  • 13 Gramm Eier: Das sind circa anderthalb Eier pro Woche.
  • 28 Gramm Fisch: Das entspricht etwa einem Fischstäbchen.
  • 29 Gramm Hühnchen: Im Vergleich dazu wiegt eine Geflügelbrust oft das Zehnfache.
  • 30 Gramm Zucker: Das sind zirka sechs Teelöffel.
  • 50 Gramm Fette und Öle: Empfohlen wird Schweinefett, aber keine Butter.
  • 125 Gramm Erbsen, Nüsse und Linsen
  • 230 Gramm Vollkornprodukte wie Mais, Reis und Weizen
  • 250 Gramm Milch oder Milchprodukte
  • 550 Gramm Obst und Gemüse: Nur 50 Gramm davon dürfen aus stärkehaltigen Sorten bestehen (eine kleine Kartoffel).

Prinzipielle bedeutet das, dass die Kombination aus Hühner-, Schweine- und Rindfleisch (43 Gramm/Tag) genug wären, um sich umweltbewusst zu ernähren.

Dass viele Konsumenten den Plan eher in Frage stellen, ist nicht verwerflich. Natürlich ist es fast unmöglich, exakt 7 Gramm Rindfleisch pro Tag zu essen. Der Plan dient eher dazu aufzuzeigen, wie sehr sich der Konsum von Fleisch und Zucker weltweit vermehrt hat. Abstrus scheint auch die Empfehlung für Schweinefett, das absolut keinen gesundheitlichen Wert hat.

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Gesund & umweltschonend

Ob die Einheitskost für alle Menschen gleichermaßen gesund wäre, ist nicht bestätigt. Die Konstellation der Lebensmittel bietet zumindest genug Flexibilität, um alle Anbausysteme, kulturellen Traditionen und Ernährungsstile der Länder zu berücksichtigen.

  • Nach Berechnungen der Forscher sollte sich dadurch die Weltbevölkerung 2050 ohne Mängel ernähren lassen und zwar ohne, dass die Umwelt weiter darunter leidet.
  • Dass sich eine Umsetzung sehr schwierig gestalten wird, zeigen die Zahlen aus Nordamerika. Dort wird nämlich die sechsfache Menge der empfohlenen Fleischration konsumiert. In Teilen Asiens wird nur die Hälfte davon gegessen.
  • Alle Länder der Welt verzehren zu viele stärkehaltige Gemüsesorten wie Kartoffeln. In Gebieten südlich der Sahara ist es gleich die siebenfache Menge mehr.
  • Generell müsste sich der Verzehr von rotem Fleisch und Zucker halbieren. Dafür sollte die Weltbevölkerung doppelt so viele Früchte, Gemüsesorten und Nüsse essen wie bisher.

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5 Strategien gegen Welthunger

Damit die Vorsätze auch eingehalten werden, schlagen die Experten 5 Grundregeln vor. um den Kampf gegen Welthunger zu bewältigen:

  • Werbung einschränken: Das Vermarkten von ungesunden Lebensmitteln soll eingedämmt werden. Das soll die Bevölkerung zu einer gesunden Ernährungsweise motivieren. Außerdem sollen die empfohlenen Produkte in allen Ländern zu einem bezahlbaren Preis verfügbar sein.
  • Landwirtschaft optimieren: Bauern sollen nur so viele Tiere halten wie sie auch ernähren können. Außerdem sollten sie auf Qualität statt Quantität Wert legen und so gesündere Nahrung herstellen. Auch die Ernteerträge könnten sich durch trockenresistente Pflanzen oder eine besseren Bewässerung erhöhen.
  • Lebensmittelabfälle vermindern: Österreichische Haushalte werfen bis zu 157.000 Tonnen von übrig gebliebenen oder noch original verpackten Lebensmitteln weg. Die meisten weggeworfenen Produkte sind noch genießbar. Deswegen plädieren die Forscher auf einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Lebensmittel. Die soll den Abfall halbieren. Mehr dazu hier.
  • Klein- und Mittelbetriebe unterstützen: Nur ein Bruchteil der Erträge von verkauften Lebensmitteln im Supermarkt wird auch an die Betriebe abgeliefert. Sei es der Fleischer in der Stadt oder der nächste Bio-Bauernhof in der Nachbarortschaft: Wer Kleinbetriebe unterstützt, schützt die Umwelt und konsumiert auch qualitativ hochwertigere Nahrung.
  • Die Natur schonen: Unsere Welt stellt uns zahlreiche Meere, Gewässer und Landflächen zur Verfügung, die zum Großteil als Ackerland genutzt werden. Die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen soll nicht mehr zulasten der Natur geschehen. Außerdem soll in 10 Prozent der Meeresgebiete der Fischfang verboten werden, damit sich die Tiere wieder erholen und vermehren können.

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