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Wie Salz dem Darm schadet

Laut neuen Forschungen gibt es einen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und der Bakterienvielfalt im Darm.

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Salz schadet dem Darm
Amarita / iStock

Eine neue Studie kam zum Ergebnis, dass erhöhter Salzkonsum die Darmflora von Mäusen und Menschen belastet. Bestimmte Milchsäurebakterien werden durch das Salz reduziert. Das wiederum soll anfälliger für Autoimmunerkrankungen und Bluthochdruck machen. Die Forscher veröffentlichten die Untersuchung kürzlich im Fachjournal Nature.

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Darmflora aus den Fugen

In unserem Darm sitzt das sogenannte Mikrobiom, ein Potpourri an Bakterien, die unsere Verdauung regeln und dafür sorgen, dass die Nährstoffe aus unserem Essen über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen. Durch Antibiotika, zuckerreiche Ernährung oder Infektionen mit krankmachenden Keimen gerät das Mikrobiom häufig aus dem Gleichgewicht. Nach der neuen Studie dürfte auch ein Übermaß an Salz den Darm schwächen.

Eine gestörte Darmflora kann zu folgenden Beschwerden führen:

Überdies wird eine Fehlbesiedlung des Darms mit Migräne, Lebererkrankungen, schlechterer Stressresistenz, bakterieller Vaginose oder Allergien in Zusammenhang gebracht.

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Salz schlägt auf den Bauch

Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass Mäuse, die sehr viel Salz zu essen bekamen, eine starke Reduktion der Lactobacillen im Darm aufwiesen. Gleichzeitig stiegen ihr Blutdruck und die Anzahl der sogenannten Th17-Helferzellen an. Diese Helferzellen stehen mit Krankheiten wie Multipler Sklerose oder Bluthochdruck in Zusammenhang.

Wenn die Mäuse Probiotika erhielten, normalisierten sich der Blutdruck sowie die Anzahl der Th17-Helferzellen wieder.

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Kleine Testung am Menschen

Um zu überprüfen, ob der Darm des Menschen genauso auf ein Zuviel an Kochsalz reagiert, gaben die Wissenschafter 12 männlichen Probanden über zwei Wochen lang 6 Gramm Salz zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung. Sie nahmen also in etwa doppelt so viel Salz auf wie normalerweise. Die nützlichen Lactobacillen im Darm der Teilnehmer waren nach Ablauf des 14-tägigen Versuchs nicht mehr nachweisbar. Blutdruck und Anzahl der Th17-Helferzellen ergaben wie bei den Mäusen erhöhte Messwerte.

Laut den Forschern könnte es noch weitere salzempfindliche Bakterien in unserer Darmflora geben. Sie hoffen sogar, dass mit der Zufuhr von Lactobacillen in Form von Probiotika Krankheiten wie MS behandelt werden könnten. Für genaue Aussagen müssten noch weitere Studien mit einer viel größeren Teilnehmerzahl durchgeführt werden.

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